Telekomsparte und Mediengeschäft
Vivendi plant neue Zukäufe

Der französische Telekom- und Medienkonzern Vivendi Universal peilt wieder Übernahmen an. Das sagte Konzernchef Jean-Bernard Lévy in einem Gespräch mit der französischen Zeitung La Tribune und dem Handelsblatt. Er will sowohl die Telekomsparte als auch das Mediengeschäft stärken.

PARIS. So will Vivendi den Anteil an Frankreichs Nummer zwei im Telekom-Festnetzgeschäft, Neuf Cegetel, von derzeit 28 Prozent aufstocken. „Wenn Aktien von Neuf Cegetel zum Verkauf stehen, wollen wir uns verstärken, um die Sperrminorität von 34 Prozent zu erreichen“, sagte Lévy.

Darüber hinaus will Vivendi vom japanischen Elektronikkonzern Matsushita die Anteile an einer gemeinsamen Holding übernehmen. „Das würde uns erlauben, unseren Anteil an NBC Universal von derzeit 18,5 auf 20 Prozent und an Universal Music Group von 92,3 auf 100 Prozent auszubauen“, erläutert der Vivendi-Chef. Damit unterstreicht Lévy: Die Zeit der Restrukturierung ist vorbei, der Mischkonzern setzt wieder Wachstum auf seine Agenda.

2005 verzeichnete Vivendi ein Umsatzwachstum von sieben Prozent auf 19,4 Mrd. Euro; im vierten Quartal wuchs die Gruppe um vier Prozent auf 5,5 Mrd. Euro und traf damit die Erwartungen der Analysten. Dynamisch zeigte sich erneut die Mobilfunktochter SFR, die Zahlen für das vierte Quartal lagen über den Schätzungen. Auch das Musikgeschäft konnte 2005 mit plus 1,6 Prozent leicht zulegen.

Mit seinen Plänen will Lévy aber nicht in den Größenwahn von Ex-Konzernchef Jean-Marie Messier zurückfallen. Der hatte Ende der 90er-Jahre den Wasserversorger Générale des Eaux durch Milliardenzukäufe in einen Telekom- und Medienkonzern verwandelt. Höhepunkt war 2000 die Fusion von Vivendi, Seagram und der Pay-TV-Gruppe Canal Plus zu Vivendi Universal.

Die Rechnung für den Umbau fiel gesalzen aus: Vivendi drohte unter Schulden in Höhe von 37 Mrd. Euro zusammenzubrechen. Im Juli 2002 zog der Verwaltungsrat die Notbremse und holte Jean-René Fourtou als Sanierer an die Konzernspitze. Er stutzte Vivendi auf seine heutige Form zurecht (siehe Grafik). Heute belaufen sich die Schulden noch auf rund drei Mrd. Euro.

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