Termin wurde von Juni auf Oktober verlegt
Mammutprozess gegen Telekom zieht sich in die Länge

Der Frankfurter Mammutprozess von rund 15.000 Telekom-Aktionären gegen Deutschlands größten Telekommunikationskonzern zieht sich immer weiter in die Länge. Grund ist ein neues Gutachten.

HB FRANKFURT. Der für den 21. Juni vorgesehene nächste Verhandlungstermin gegen die Deutsche Telekom sei auf den 25. Oktober verlegt worden, teilte das Landgericht Frankfurt am Donnerstag mit. Als Grund nannte das Gericht das von der Staatsanwaltschaft Bonn in Auftrag gegebene Gutachten zur Immobilienbewertung der Telekom, in das die Anwälte der Kläger noch keine Einsicht hätten nehmen können.

Das Frankfurter Landgericht muss in dem Zivilprozess wegen Prospekthaftung klären, ob rund 15 000 Telekom-Kleinaktionären Schadenersatz von insgesamt rund 100 Millionen Euro zusteht, wobei sich die Zahl der Kläger je nach Ausgang von Schlichtungsverfahren noch auf über 30 000 erhöhen könnte. Die Telekom hat aus Sicht der Kläger wichtige Angaben zu ihrem Vermögen und ihrer Unternehmensführung in den Prospekten für die Börsengänge 1999 und 2000 nicht, beziehungsweise falsche Angaben etwa bei ihrer Immobilienbewertung gemacht. Die Telekom-Aktien haben seitdem stark an Wert verloren. Allein im Jahr 2000 waren rund 200 Millionen Telekom-Papiere für 63,50 Euro an den Markt gekommen. Am Donnerstag notierten sie bei 15,51 Euro.

Das Frankfurter Landgericht hatte am ersten Prozesstag im November 2004 gravierende Fehler bei der Immobilienbewertung im Zuge der Umwandlung der Telekom in eine Aktiengesellschaft Mitte der 90er Jahre moniert. Der ehemalige Monopolist hatte den Wert seiner Immobilien nicht wie vom Gesetz geboten einzeln ermittelt, sondern gleichartige Grundstücke und Gebäude zu Gruppen zusammengefasst und die Vermögenswerte in Summe ermittelt. Die Telekom sieht die Cluster-Bewertung als rechtmäßig an. Den Vorwurf der Falschbewertung sehen die Kläger darin begründet, dass die Telekom im Jahresverlauf 2001 den Wert ihrer Immobilien um mehrere Milliarden Euro reduzierte.

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