Teuerste Übernahme der Firmengschichte
Bei SAP pressiert es doch

Noch vor wenigen Wochen hatte sich SAP-Chef Henning Kagermann in einem Interview deutlich gegen milliardenschwere Zukäufe ausgesprochen. Jetzt überrascht der weltweit führende Anbieter von Unternehmenssoftware mit der größten Akquisition der Firmengeschichte: SAP will für gut 4,8 Milliarden Euro die französisch-amerikanische Softwarefirma Business Objects übernehmen.

HB BERLIN. Der Verwaltungsrat der an der Euronext in Paris sowie der Nasdaq in New York börsennotierten Business Objects unterstütze die Offerte über 42 Euro je Aktie, teilte SAP am Sonntagabend mit. Das Angebot liegt 20 Prozent über dem Schlusskurs von Business Objects am Freitag. "Der Preis ist aus strategischer Perspektive angemessen", sagte SAP-Chef Henning Kagermann. Die voraussichtlich im ersten Quartal 2008 abgeschlossene Übernahme werde das Ergebnis je Aktie im kommenden Jahr zwar um einen mittleren einstelligen Cent-Betrag verwässern. Schon 2009 werde sich die Übernahme aber positiv auf das Ergebnis auswirken.

"Es gibt großartige Synergien", sagte Kagermann, ohne jedoch Zahlen zu nennen. Harte Einschnitte solle es in Folge der gemeinsamen Nutzung von Infrastruktur und der Verbindung der Entwicklungs- und Vertriebeinheiten nicht geben. "Beide Unternehmen wachsen schnell und planen die Schaffung neuer Stellen."

Business Objects ist auf so genannte Business-Intelligence-Software spezialisiert, mit der sich große Mengen von Daten auf Trends und Muster hin untersuchen lassen. Die neue Technik macht aber für SAP nicht den alleinigen Reiz des Geschäfts aus. Business Objects zählt 44.000 Kunden - etwas mehr als SAP - und kann den Walldorfern somit beim Erreichen ihres Ziels helfen, bis zum Jahr 2010 die Kundenzahl auf 100.000 zu steigern. "Mit Business Objects vergrößern wir unseren adressierbaren Markt", sagte Kagermann. Dazu soll auch die Vertriebsmannschaft des zu übernehmenden Unternehmens mit zuletzt 1,25 Milliarden Dollar Jahresumsatz beitragen. Wann SAP und Business Objects ein erstes gemeinsames Produkt herausbringen werden, ließ Kagermann offen.

Der US-Konkurrent Oracle hatte im Bemühen, SAP den Rang abzulaufen, in den vergangenen Jahren für insgesamt 20 Milliarden Dollar Firmen aufgekauft, zuletzt Anfang des Jahres den Business-Objects-Rivalen Hyperion. Aus Sicht von Branchenexperten wird SAP seine Stellung mit Übernahmen wie der jetzt angekündigten aber kaum verteidigen können.

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