Teure Wartung
SAP knickt unter Kunden-Protest ein

Der Protest gegen die Preispolitik des Softwareherstellers SAP hat Erfolg: Nach Beschweden der Kunden nimmt der Konzern seine umstrittene Preiserhöhung für Software-Wartung zurück. Für SAP könnte der Rückzieher zum Problem werden. Das Unternehmen verdient inzwischen mehr mit dem Support als mit dem Verkauf der Software.

FRANKFURT. Der Softwarekonzern SAP gibt sich nach massiven Protesten seiner Kunden gegen die Erhöhung der Wartungspreise geschlagen. „Wir werden unseren Bestandskunden in Deutschland und Österreich anbieten, zu den alten Verträgen zurückzukehren“, kündigte Volker Merk, der Geschäftsführer von SAP Deutschland, gestern an. Damit können die etablierten Kunden eine Preiserhöhung zumindest bis 2010 vermeiden. Für Neukunden ist die teurere Software-Pflege verpflichtend.

Niemals zuvor in der noch recht jungen SAP-Geschichte hatten Kunden in der Masse und mit der Vehemenz gegen die Preispolitik des weltgrößten Anbieters von Firmensoftware protestiert. Rund 100 Mittelständler – darunter prominente Marken wie Miele, Krombacher, Gerolsteiner oder Bitburger – hatten dafür eigens eine Initiative gegründet. Sie wollen die Preispolitik und das neue Angebot der SAP heute auf einer Pressekonferenz kommentieren.

Bei mittelständischen Kunden herrschte gestern Erleichterung. „SAP tut sich damit einen großen Gefallen. Nun kann in Ruhe mit den Kunden ein vernünftiger Support abgesprochen werden“, sagte Ralph Treitz, Gründer und Chef des SAP-Dienstleisters VM Solutions und zugleich selber SAP-Kunde. Auch die DSAG, die deutschsprachige SAP-Anwender-Organisation zeigte sich „hocherfreut“. „Das ist eine gute Nachricht für die Kunden, aber auch für die SAP. Das Vertrauen war beschädigt, wir betrachten die Ankündigung deshalb als vertrauensbildende Maßnahme“, sagte Karl Liebstückel, der Vorstandschef der DSAG.

Hintergrund der Proteste ist der Plan der SAP, ab Anfang 2009 die Standard-Wartung (Standard-Support) durch einen erweiterten Dienst (Enterprise-Support) zu ersetzen. Dadurch steigen die Wartungsgebühren von derzeit 17 Prozent des Lizenzpreises für die Software bis 2012 stufenweise auf 22 Prozent. Vor allem die abrupte Kommunikation der Preiserhöhung hatte für Unmut gesorgt. Hinzu kamen neben den höheren Kosten erhebliche Zweifel am Mehrwert der erweiterten Wartung.

Seite 1:

SAP knickt unter Kunden-Protest ein

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%