Teurer Kino-Sommer
Wie die Hollywood-Studios den Erfolg erzwingen wollen

Harry Potter 6, Fast and Furious 5, Fluch der Karibik 4, Transfomers 3: Hollywood bombardiert die Kinowelt in diesem Sommer mit teuren, aber eben auch vielversprechenden Fortsetzungsstreifen. Eine äußerst riskante Wette.
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DüsseldorfDie diesjährige Sommersaison im Kino ist nun wahrlich geeignet, um Kleinkindern das Zählen beizubringen: „Cars 2“, „Transformers 3“, „Fluch der Karibik 4“, „Fast and Furious 5“ bis hin zu „Harry Potter 6“. Eine Aneinanderreihung von neun (!) Folgefilmen – in der Fachsprache Sequels genannt – hat die Kinobranche noch nicht erlebt. Dazu kommt eine wahre Fülle von ehemaligen Comic-Helden wie „Thor“ und „Captain America“, deren weitgehende gehirnfreie Storys den Kinogänger beglücken.

Das muntere Fortsetzungs-Geprügel von Göttern, Roboter, Cowboys, Piraten, Superhelden, intelligenten Affen und Zauberlehrlingen ist zwar ein kulturtechnischer Offenbarungseid, aber für die Filmverleiher lohnenswert. Schließlich versprechen sie sich von den Krachern hohe Erlöse an der Kinokasse. Hollywood-Studios wie Warner, Disney und NBC gehen die riskante Wette mit den vielen teuren Streifen vor allem aus einem Grund ein: Sie wollen die Kundschaft wieder daran gewöhnen, regelmäßig ins Kino zu gehen.

Denn die Produktion von Sequels ist keineswegs günstiger als der von „neuen“ Filmen. Schließlich wissen die etablierten Schauspieler ja, dass es ohne sie nicht funktioniert und verlangen üppige Gagen. Das zeigt das Beispiel „Fast and Furious“: Der erste Teil aus dem Jahr 2001 kostete 83 Millionen Dollar. Der fünfte Teil, der jetzt in die Kinos kommt, bringt es auf 125 Millionen Dollar. Und das liegt am wenigsten an den teuren Autos, die kaputtgefahren werden. Bei „X-Men“ hat sich der Wert vom ersten bis zum aktuellen Teil glatt verdoppelt.

Auf der anderen Seite spielen die Marketingkosten für einen neuen Kinofilm eine große Rolle. Und die fallen für Sequals deutlich geringer aus. Die Marken „Harry Potter“, „Fast and Furious“  oder „Fluch der Karibik“ sind so stark, die Filme und Personen so bekannt, da spart Hollywood viel Geld. Und die Studios gehen kein großes Risiko ein. Film wie „Inception“ oder „Sucker Punch“ können leicht floppen, bei solchen Fortsetzungen ist ein gewisses Einspielergebnis praktisch garantiert.

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Guter Start in die Sommersaison

Kommentare zu " Teurer Kino-Sommer: Wie die Hollywood-Studios den Erfolg erzwingen wollen"

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  • hmm ist es nicht eher harry potter 7 teil 2 oder sogar hp 8 ???

  • „Cars 2“, „Transformers 3“, „Fluch der Karibik 4“, „Fast and Furious 5“ bis hin zu „Harry Potter 6“.
    Schade das der Abzählreim nicht aufgeht, HP hat die Nummer 7.2

  • Ach, Mr. Popkopf! Das Gleiche hat man schon vor 20 Jahren hören kommen. Die Trottel von damals steigen heute aus - und neue Trottel dackeln für den neuen Mist ins Kino!
    Selbstverständlich rechnet sich das Fortsetzungstheater. Die Investoren sind doch keine Finanzmasochisten!

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