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Thalia, Mayersche & Co.: Buchhändler wollen nicht nur Bücher verkaufen

Die Konkurrenz im Internet macht den großen Buchhandlungen zunehmend mehr zu schaffen. Die Häuser reagieren und bauen den „Non-Books“-Bereich aus. CDs, Spiele und Kalender sollen den rückläufigen Buchabsatz kompensieren.

Die Zukunft der Buchhandlungen liegt nicht im Buchverkauf. Quelle: dpa
Die Zukunft der Buchhandlungen liegt nicht im Buchverkauf. Quelle: dpa

Düsseldorf/FrankfurtDie Buchhandlung am Neumarkt gehörte über Jahrzehnte zu Köln wie der Dom. Doch Ende Januar 2013 wird Thalia diese Filiale schließen. Das prominent gelegene Geschäft des Handelskonzerns Douglas, zu dem auch Juweliergeschäfte (Christ), Parfümerien (Douglas) und Süßwarenfilialen (Hussel) gehören, fuhr Verluste ein. Zuletzt war die Filiale der zweitgrößten Buchhandelskette in Deutschland mit 1600 Quadratmetern Verkaufsfläche schlichtweg zu groß geworden. „Wo es sinnvoll und möglich ist, werden wir die Flächen herunterfahren“, hatte Douglas-Vorstandschef Henning Krekel Anfang des Jahres bei der Vorlage der Bilanz bereits angekündigt.

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„Buchaffine Geschenkartikel“

Doch dabei soll es nicht bleiben, das zeigt ein Blick in die Eingangsbereiche der großen Buchhandlungen im ganzen Land. Auf Thementischen prangen zwar noch Bücher, doch sie sind dekoriert mit „buchaffinen“ Geschenkartikeln. Und das hat einen handfesten ökonomischen Grund: Um sich gegen rückläufige Erlöse zu stemmen, werden die Buchhandlungen in Zukunft immer weniger Bücher anbieten. Stattdessen wird der Bereich der sogenannten „Non-Books“ ausgebaut. Darunter versteht die Branche Geschenkartikel, Spiele, CDs, Grußkarten, Schreibutensilien, aber auch Wein, Stofftiere und Spiele. Kurzum: alles, was sich zusammen mit Büchern verkaufen lässt, hält Einzug.

„Das Internet macht den Buchhandlungen mit großen Flächen mehr Schwierigkeiten als den Kleinen“, sagte Heinrich Riethmüller, Vorsitzender des Sortimenter-Ausschusses im Börsenverein des Deutschen Buchhandels, dem Handelsblatt. „Großbuchhandlungen in der Dichte wird es in wenigen Jahren nicht mehr geben“, prognostiziert der Chef der Osianderschen Buchhandlung in Tübingen.

Der Druck ist groß. Die Erdgeschosse von Großstadt-Buchhandlungen wie im Fall von Thalia, Hugendubel oder Mayersche werden immer öfter für Gemischtwaren freigeräumt. „Wir werden künftig verstärkt in inspirierenden Themenwelten denken und weniger in Produktkategorien. Vor allem versprechen wir uns durch den neuen Sortiments-Mix Impulskäufe“, sagte Thalia-Chef Michael Busch auf der Frankfurter Buchmesse.

Auch auf dem größten Branchentreff der Welt wird die Sonderfläche Non-Books, die sinnigerweise seit 2011 „Geschenke live“ heißt, von Jahr zu Jahr größer. Nicht alles ist Kitsch. So wurde in Frankfurt eine große Auswahl an Globen präsentiert, sogar ein freischwebender, die für Buchhandlungen aufgrund der Margen ein gutes Geschäft sind.

Überall im Land laufen bereits Experimente für Buchhandlungen mit sehr viel weniger Büchern. Thalia testet an Pilotstandorten in Kassel und Krefeld eine Zusammenarbeit mit dem Spielwarenfilialisten Spiele Max. Der Aachener Konkurrent Mayersche holt den Nachbar Spielwaren Förster unter sein Dach in der Domstadt. Die Teddy-Experten sollen nicht nur die Filiale, sondern auch zehn weitere Läden der Kette bestücken.

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