Tief in den roten Zahlen
Infineon will Qimonda-Problem zügig lösen

Der Halbleiterkonzern Infineon ist im vergangenen Quartal durch die hohen Verluste seiner Tochter Qimonda wieder tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Die Aktie legt trotzdem zu, denn Infineon kündigte an, die "Qimonda-Frage" nun zügig und im Interesse der Aktionäre lösen zu wollen.

HB MÜNCHEN. Der Verlust habe 197 Millionen Euro betragen, teilte Infineon am Freitag mit. Im Vorquartal hatte der Fehlbetrag noch bei elf Millionen Euro gelegen. Die operativen Verluste der Tochter lasteten auch auf dem Betriebsergebnis von Infineon: Der Fehlbetrag (Ebit) lag den Angaben zufolge bei 280 Millionen Euro nach einem operativen Gewinn von 49 Millionen Euro im Vorquartal.

Ohne Qimonda hätte das Münchener Unternehmen allerdings einen Ebit-Gewinn von 13 Millionen Euro verbucht, wie es hieß. Der Umsatz ohne Qimonda kletterte um drei Prozent auf 1,01 Milliarden Euro, mit den Zahlen der Tochter waren es 1,75 Milliarden Euro.

Die Zahlen würden „etwas unter den Erwartungen“ liegen, sagte ein Händler mit Blick auf die Quartalszahlen. Abgesehen von Qimonda blickt die Infineon-Spitze zuversichtlich in die Zukunft. Im laufenden Quartal erwartet das der Konzern für die Segmente ohne Qimonda ein weiteres Umsatzwachstum. „Das Unternehmen geht davon aus, dass das Ebit weiterhin stark steigen und die Ebit-Marge sich verbessern wird“, hieß es.

Das Qimonda-Problem will der Halbleiterkonzern nun schnell lösen: Infineon will seine Mehrheit an der schwankungsanfälligen Speicherchiptochter zügig loswerden. Das Unternehmen suche nach Wegen, seinen Anteil von zuletzt rund 86 Prozent zu reduzieren, sagte Infineon-Chef Wolfgang Ziebart am Freitag in einer Telefonkonferenz. Langfristig wolle Infineon keine Qimonda-Aktien mehr besitzen. „Wir werden die Qimonda-Frage im Sinne unserer Aktionäre lösen“, sagte Ziebart. „Wir verfolgen die Angelegenheit mit Priorität“, fügte Finanzchef Rüdiger Günther hinzu.

Das Umsatzwachstum soll in den kommenden Monaten vor allem aus dem Bereich der Telekommunikationschips kommen, kündigte Infineon an. Der Konzern liefert Chips für das Apple-Handy iPhone. Ab dem Weihnachtsquartal solle die Sparte wie geplant schwarze Zahlen schreiben, hieß es. Im abgelaufenen Quartal lag der operative Verlust des Bereichs mit 34 Millionen Euro allerdings noch im Bereich der Analystenerwartungen.

Das profitable Segment für Auto- und Industriechips (AIM) steigerte ihren Betriebsgewinn im vergangenen Quartal nur dank eines einmaligen Gewinns von 17 Millionen Euro aus dem Verkauf des Glasfasergeschäfts. Der operative Gewinn kletterte auf 81 Millionen Euro von 66 Millionen Euro im Vorquartal. Für das laufende Quartal rechnet Infineon hier trotz Umsatzsteigerungen mit einer Stagnation des Betriebsgewinns.

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