Tiefdrucker
Schlott plant Sparprogramm

Der Tiefdruckkonzern Schlott will seinen Kostenaufwand um einen zweistelligen Millionenbetrag reduzieren. Kernstück des Plans, dessen Details im Januar bekanntgegeben werden, ist offenbar ein mehrjähriger Gehaltsverzicht für die deutschen Beschäftigten.

HB STUTTGART. Der Tiefdruckkonzern Schlott will dem anhaltenden Preisdruck in der zersplitterten Branche mit einem Sparprogramm begegnen und damit sein Ergebnis deutlich aufbessern. Der Kostenaufwand solle durch ein Bündel von Maßnahme um einen zweistelligen Millionenbetrag reduziert werden, teilte Europa zweitgrößter Katalog- und Zeitschriftendrucker am Freitag mit. Die Wettbewerbsfähigkeit solle dadurch gestärkt werden.

Spürbare Kostenentlastungen seien bereits im bis Ende September laufenden Geschäftsjahr 2007/08 zu erwarten. Der Vorsteuergewinn soll deutlich steigen. Die vollen Einspareffekte würden sich voraussichtlich jedoch erst in den kommenden Geschäftsjahren einstellen. Details des Kostensparprogramms will der Branchenzweite nach Prinovis auf der Bilanzpressekonferenz am 23. Januar bekanntgeben. Aus mit der Situation vertrauten Kreisen verlautete, ohne betriebsbedingte Kündigungen werde das Kosteneinsparziel voraussichtlich nicht erreicht. Das Unternehmen wollte sich nicht dazu äußern.

Schlott hatte Mitte Juni angekündigt, den deutschen Beschäftigten einen mehrjährigen Gehaltsverzicht abringen zu wollen. Das Weihnachts- und Urlaubsgeld soll nach dem Willen der Konzernführung für drei Jahre gestrichen beziehungsweise an den Unternehmenserfolg gekoppelt werden. Frei werdende Stellen sollen nicht wieder besetzt werden. Andernfalls drohe ein Arbeitsplatzabbau an den vier deutschen Produktionsstandorten Freudenstadt (Schwarzwald), Landau (Pfalz), Hamburg und Nürnberg, wo der Konzern insgesamt 1500 Menschen beschäftigt.

Die Gewerkschaft Verdi hat gegen den damals mit elf Mill. Euro bezifferten Sparplan Widerstand angekündigt. Die Beschäftigten hätten bereits vor einem Jahr auf zehn bis 15 Prozent ihres Gehalts verzichtet. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2006/07 erwirtschaftete Schlott nach Angaben vom Freitag einen Vorsteuergewinn von 26,2 Mill. Euro. Damit wurde das Vorjahresergebnis von 22 Mill. Euro ebenso übertroffen wie das selbstgesteckte Gewinnziel von 22 Mill. Euro. Möglich wurde dies allein durch den Verkauf des Geschäftsbereichs Direktmarketing, der gut zehn Mill. Euro einbrachte. Im Geschäftsfeld Print hingegen schrumpfte der Vorsteuergewinn auf die Hälfte auf 13,4 Mill. Euro. Der um das von den Kunden bereitgestellte Papier bereinigte Wertschöpfungsumsatz blieb mit knapp 299,5 Mill. Euro unter dem Vorjahreswert von 302 Mill. Euro.

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