Tim Cook Datenschutz, Klimawandel, sexuelle Belästigung – Apple-Chef Cook holt in einer Rede zum Rundumschlag aus

Der Apple-Chef beklagt bei einem Auftritt an der Duke University den gesellschaftspolitischen Zustand der USA. Auch seine Kollegen in der Tech-Branche kommen nicht gut weg.
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Tim Cook: Apple schlägt „einen anderen Weg“ im Datenschutz ein Quelle: AP
Tim Cook

Der Amerikaner ist seit 2011 CEO von Apple.

(Foto: AP)

New YorkApple-Chef Tim Cook distanziert sich in einer Rede von seinen Kollegen in der Tech-Branche und sagt, dass Apple in Sachen Datenschutz einen anderen Weg gehe.

Vor Universitäts-Absolventen nannte Cook in seiner Ansprache an der Duke University in Durham im US-Bundesstaat North Carolina keine Namen. Die Kommentare des Apple-CEO deuteten aber auf den Cambridge Analytica Datenskandal von Facebook hin, bei dem das Unternehmen unzulässigerweise Zugriff auf Daten von 87 Millionen Benutzerprofilen erhalten hatte.

„Wir lehnen den Gedanken ab, dass man nur dann das Beste aus der Technologie herausholen kann, wenn Nutzer ihr Recht auf Privatsphäre verlieren. Deshalb wählen wir einen anderen Weg: Wir wollen so wenig Daten wie möglich sammeln und sorgfältig und respektvoll sein, wenn sie (die Privatsphäre) in unserer Obhut ist. Weil uns bewusst ist, dass die Daten Ihnen gehören“, sagte Cook am Sonntag.

Cook, der den Datenschutz bisher als Menschenrecht und bürgerliche Freiheit bezeichnet hat, scheute sich nicht vor seiner Kritik an Facebook. Als er im März gefragt wurde, wie er mit der Situation umgehen würde, wenn er Facebook-CEO Mark Zuckerberg wäre, sagte er Reportern, dass er „nicht in dieser Situation wäre“.

Dabei hatte Apple in der Vergangenheit auch selbst Probleme mit Datenschutz. Im Jahr 2014 haben Hacker Nacktfotos von iCloud-Konten von Prominenten gestohlen. Danach verpflichtete sich Apple zu mehr Transparenz, und das Unternehmen verschlüsselte iPhones, um es jedem – auch Behörden – schwerer zu machen, an Daten zu gelangen.

In seiner Rede beklagte der 57-Jährige zudem den gesellschaftspolitischen Zustand in den USA und sagte, dass Amerika tief gespalten sei und dass zu viele Bürger sich weigerten, Meinungen anzuhören, die von ihren eigenen abweichen.

„Unser Planet erwärmt sich mit verheerenden Folgen, und es gibt einige, die sogar leugnen, dass es passiert. Unsere Schulen und Gemeinden leiden unter großer Ungleichheit. Wir können nicht jedem Schüler das Recht auf eine Ausbildung garantieren“, sagte er.

Cook lobte in seiner Ansprache auch die Bewegung gegen sexuelle Belästigung. Der Apple-Chef sprach zudem den Überlebenden der Schießerei in der Schule in Parkland, Florida seine Bewunderung aus, sowie denjenigen, die die Rechte von Einwanderern verteidigen.

„Wenn du hoffst, die Welt zu verändern, musst du deine Furchtlosigkeit finden. Furchtlos zu sein wie die Studenten von Parkland, Florida, die sich weigern, über die Epidemie der Waffengewalt zu schweigen und Millionen Spenden für ihr Anliegen gesammelt haben. Furchtlos wie die Frauen, die „MeToo“ und „Time’s Up“ sagen. Frauen, die Licht an dunkle Orte bringen und uns in eine gerechte und gleichberechtigte Zukunft führen.“

An die Absolventen gerichtet fügte er hinzu: „Seid furchtlos. Seid die Letzten, die die Dinge so akzeptieren, wie sie sind, und die ersten, die aufstehen und sie zum Besseren wenden.“

Cook erhielt 1988 seinen Master of Business Administration von der Duke Fuqua School of Business. Seit 2015 ist er Mitglied des Kuratoriums der Universität.

Nach dem Tod von Steve Jobs im Jahr 2011 übernahm Cook das Amt des CEO von Apple. Davor war er COO des Unternehmens und leitete den Geschäftsbereich Macintosh. In seiner Rede an der Duke erwähnte er das Vermächtnis von Jobs. „Steves Vision war, dass großartige Ideen aus einer rastlosen Weigerung entstehen, die Dinge so zu akzeptieren, wie sie sind und diese Prinzipien leiten uns bei Apple auch heute noch.“

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