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07.01.2009 
Medienkonzerne

Time Warner rechnet mit Verlust

von Hans-Peter Siebenhaar

Schwere Zeiten für Time Warner: Der größte Medienkonzern der Welt prognostiziert nach Unternehmensangaben für 2008 einen Verlust. Konzernchef Jeff Bewkes rechnet mit Abschreibungen von rund 25 Mrd. Dollar vor Steuern.

DÜSSELDORF. Davon stammen allein 15 Mrd. Dollar aus der Kabelsparte. Der restliche Betrag stammt aus Abschreibungen im Verlags- und Internetbereich (AOL).

2007 hatte Time Warner noch ein Gewinn von 8,9 Mrd. Dollar erzielt. Auch beim bereinigten operativen Gewinn (Ebit) wurden die Prognosen nach unten korrigiert. Dafür verantwortlich ist der enttäuschende Werbemarkt in den USA. Der weltgrößte Medienkonzern rechnet nur noch eine Zunahme von ein Prozent. Bislang ging Time Warner von fünf Prozent aus. dürften unter dem Strich zu einem Verlust führen. Die Börse in New York reagierte negativ auf die Gewinnwarnung. Das Papier von Time Warner gab im frühen Handel um 6,38 Prozent auf 10,28 Dollar nach.

Bereits im November vergangenen Jahres hatte Time Warner hat seine Prognosen für das Gesamtjahr gekürzt. Durch die Restrukturierung der Verlagstochter Time Inc. würden im vierten Quartal zusätzliche Aufwendungen in dreistelliger Millionenhöhe anfallen, teilte die New Yorker Konzernzentrale damals mit. Im dritten Quartal fiel der Überschuss im Konzern von 1,09 auf 1,07 Mrd. Dollar. Der Umsatz stagnierte mit 11,7 Mrd. Dollar auf Vorjahresniveau.

Der Medienkonzern hatte bereits in der Vergangenheit mit riesigen Abschreibungen für Aufsehen in der Medienbranche gesorgt. Auf dem Höhepunkt des Zusammenbruchs der New Economy vor sieben Jahren musste der New Yorker Branchenprimus die bis dahin einmalige Summe von 100 Mrd. Dollar abschreiben, der durch die Übernahme von Time Warner durch den Internetkonzern AOL entstand.

Time Warner ist ähnlich wie sein Konkurrent News Corp. stark gebeutelt. Der Medienriese will seine börsennotierte Kabelgeschäft verkaufen. Dort hält Time Warner noch 85 Prozent der Anteile. Angesichts der rückläufigen Werbeausgaben der meisten amerikanischen Unternehmen läuft das Verlagsgeschäft schlecht. Bewkes hatte bereits beim Nachrichtenmagazin "Time", beim Wirtschaftsmagazin "Fortune" und dem Klatschblatt "People" einen massiven Stellenabbau angekündigt.

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