Timotheus Höttges

Telekom-Chef befürwortet bedingungsloses Grundeinkommen

Die Schweiz stimmt bald darüber ab, in Finnland wird es diskutiert, und auch Timotheus Höttges ist offenbar ein Fan: Der Telekom-Chef spricht sich für ein Grundeinkommen aus – finanziert mit Unternehmenssteuern.
Das Grundeinkommen könne eine Lösung sein, Wohlstand in einer von automatisierter Arbeit geprägten Gesellschaft gerechter zu verteilen, sagt Telekom-Chef Timotheus Höttges. Quelle: Reuters
Telekom-Chef Höttges

Das Grundeinkommen könne eine Lösung sein, Wohlstand in einer von automatisierter Arbeit geprägten Gesellschaft gerechter zu verteilen, sagt Telekom-Chef Timotheus Höttges.

(Foto: Reuters)

HamburgDer Vorstandschef der Deutschen Telekom, Timotheus Höttges, befürwortet die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens – finanziert mit Unternehmenssteuern. „Ein bedingungsloses Grundeinkommen kann eine Grundlage sein, um ein menschenwürdiges Leben zu führen“, sagte Höttges der Wochenzeitung „Die Zeit“ laut Vorabmeldung vom Dienstag. Da die Digitalisierung die Gesellschaft und die Arbeitswelt stark verändere, seien „unkonventionelle Lösungen“ zum Erhalt der Sozialsysteme nötig. „Es geht um die Frage, wie wir ein faires System für eine Welt von morgen schaffen“, sagte Höttges. Das Grundeinkommen „könnte eine Lösung sein“.

Finanzieren ließe sich das Grundeinkommen laut dem Telekom-Manager durch Steuern auf Gewinne großer Internetkonzerne. „Wenn Produktivität zukünftig vor allem an Maschinen und die Auswertung von Daten gekoppelt ist, könnte die Besteuerung stärker auf den darauf beruhenden Gewinnen aufbauen und weniger auf der Einkommensteuer des Einzelnen.“ Zugleich räumte Höttges ein, dass die Besteuerung von Internetriesen schon heute schwierig sei, „weil die ihre Plattformen irgendwo auf der Welt errichten“.

„Geldregen“ in der Schweiz
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Sich einmal wie Dagobert Duck in seinem Geldspeicher fühlen: Die Schweizer Volksinitiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen hat in Bern acht Millionen Münzen im Wert von je fünf Rappen (rund vier Cent) angekarrt, um für ihre Ziele zu werben.

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Mit der 15 Tonnen schweren Fuhre sollte am Freitag symbolisch gezeigt werden, dass das Geld für ein bedingungsloses Grundeinkommen in der Schweiz vorhanden wäre.

Committee members for 'Grundeinkommen' open rolls of five cent coins in the old vault of the former Schweizerische Volksbank in Basel
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„Der Goldberg zeigt den Überfluss“, sagte Mitinitiator Che Wagner. Für die Aktion nahmen die Initiatoren einen Kredit auf und tauschten das Geld bei der Nationalbank um, was laut Wagner erst nach zähen Verhandlungen möglich war, schreibt die Schweizer Nachrichtenagentur sda.

Five cent coins are pictured in the air in front of the Federal Palace during an event organised by the Committee for the initiative Grundeinkommen in Bern
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Die Münzen sollten wieder eingesammelt werden, allerdings griffen auch Touristen und Passanten zu.

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Die Initiative hat 126.000 Unterschriften gesammelt, genug um einen parlamentarischen Beratungsprozess auszulösen. Die Idee, dass jeder monatlich 2.500 Franken (rund 2.040 Euro) ohne Arbeit erhalten solle, würde nach verschiedenen Berechnungen 200 Milliarden Franken (etwa 163 Milliarden Euro) kosten.

Committee members spread five cent coins over Federal Square during an event organised by the Committee for the initiative Grundeinkommen in Bern
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In Deutschland wirbt der Gründer der Drogeriemarktkette dm, Götz Werner, für ein bedingungsloses Grundeinkommen.

  • afp
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