Tochtergesellschaft "auf Vorrat" gegründet
Infineon will Speicher-Sparte behalten

Der Münchner Halbleiterkonzern Infineon hat eine neue Tochtergesellschaft gegründet. Das hat neue Spekulationen um einen möglichen Konzernumbau geschürt. Man wolle das Geschäft mit Speicherchips aber weder abtrennen noch verkaufen, betonte der Chiphersteller.

HB MÜNCHEN/VILA DO CONDE. Konkrete Auslagerungen von Unternehmensbereichen in die neue Invot AG seien jedoch nicht geplant, sagte ein Infineon-Sprecher am Dienstag in München. Es handle sich vielmehr um einen reinen Vorratsbeschluss. Das neue Unternehmen beschäftige sich mit Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Bauelementen, Systemen und Software. Der Firmenzweck sei möglichst allgemein gehalten, da derzeit noch nicht bekannt ist, wofür die neue Tochter genutzt werden soll. Invot-Vorstände werden der Finanzexperte Robert Hawlicek und Dominik Asam, Leiter von Investor Relations, Beteiligungen und Finanzierungen.

Der Finanzvorstand der DRAM-Sparte Michael Majerus trat den anhaltenden Spekulationen im Laufe des Tages sogar noch konkreter entgegen. „Wir trennen das DRAM-Geschäft weder vom Rest des Unternehmens ab, noch verkaufen wir es“, sagte Majerus im portugiesischen Vila do Conde. Die kompletten Herstellungskosten (Fully-Loaded-Cost) kalkuliert er in diesem Quartal mit 4,40 bis 4,50 Dollar je Chip. Für das Ende September ablaufende Quartal rechnet das Unternehmen mit DRAM-Kosten unter vier Dollar. In Vila do Conde kündigte Infineon zugleich an, 230 Mill. € in eine Speicherchip-Fabrik zu investieren.

Mit der am Dienstag angekündigten Investition werde die Kapazität der Speicherchip-Fabrik in Portugal mit 600 Mill. Chips pro Jahr ab Mitte 2006 mehr als verdoppelt, hieß es. Nach dem überraschenden Abgang des langjährigen Infineon-Vorstandschefs Ulrich Schumacher hatte es am Markt zuletzt Spekulationen über die Zukunft der Speicher-Sparte gegeben. Schumacher hatte auf das extrem schwankungsanfällige Geschäft mit Speicherchips gesetzt. In Branchenkreisen hatte es jüngst geheißen, das Münchener Unternehmen prüfe Möglichkeiten, seine Abhängigkeit vom riskanten DRAM-Geschäft zu verringern.

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