Top-Management fast komplett ausgewechselt
Personeller Befreiungsschlag bei Sony

Kulturrevolution in Tokio: Mit einem fast kompletten Wechsel des Top-Managements will der angeschlagene Elektronikriese Sony Corp. die Trendwende schaffen und ein Signal an die Kapitalmärkte senden.

DÜSSELDORF. Der bisherige Präsident und CEO Nobuyuki Idei wird am 22. Juni zurücktreten und durch den Chef der US-Entertainmentsparte Howard Stringer ersetzt werden. Das teilte das Unternehmen am Montag in Tokio mit. Damit wird erstmals in der 59-jährigen Geschichte von Sony ein Nicht-Japaner das Top-Management anführen.

Die Tokioter Börse und die Sony-Aktie reagierten positiv. Der Nikkei-Index schloss auf dem höchsten Stand seit zehn Monaten, die Sony-Aktie nach einem Plus von gut 1,5 Prozent auf Acht-Monatshoch. Allerdings hatte die Aktie in den vergangenen fünf Jahren auch über siebzig Prozent ihres Wertes eingebüßt.

Der Druck der Aktionäre dürfte Sony zu dieser Zäsur bewogen haben. Thomas Becker, Analyst bei HSBC Trinkaus & Burkardt, sagt dazu: „Das ist ein Aufbruch in eine neue Ära bei Sony.“ Mit der Ernennung von Stringer, so Marktbeobachter, wird der Entertainment-Bereich generell eine größere Bedeutung bekommen.

Bislang gilt Sony als eher technikgetriebenes Unternehmen. Besonders die Filmsparte galt zudem als schwieriges Feld, in dem Sony viel Geld verloren hatte. Der gebürtige Brite Stringer ordnete die Geschäfte neu, kaufte die MGM-Studios hinzu und führte den Bereich in den Gewinn. Anfang 2005 hatte Sony unter Einbeziehung von MGM laut Nielen EDI einen Marktanteil von 22,9 Prozent am US-Kinomarkt und damit die Marktführerschaft.

Seite 1:

Personeller Befreiungsschlag bei Sony

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%