Topsy
Apple kauft Firma für Twitter-Analyse

Apple will offenbar seine Werbeplattform aufbessern. Der kalifornische Tech-Gigant hat einigermaßen überraschend einen Spezialisten für die Analyse von Tweets gekauft. Auf den ersten Blick ein ungewöhnlicher Kauf.
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New YorkApple übernimmt die Suchmaschine Topsy, mit der alle jemals gesendeten Kurzmeldungen des populären Dienstes Twitter durchsucht und analysiert werden können. Der Kaufpreis ist nicht bekannt. Das Unternehmen bestätigte den Kauf gegenüber dem Wall Street Journal, das berichtet der Preis liege bei über 200 Millionen Dollar.

Was der Konzern aus Cupertino mit Topsy Labs vor hat, ist nicht bekannt. Wie üblich erklärte das Unternehmen man „kaufe von Zeit zu Zeit kleinere Technologiefirmen“ und spreche generell nicht darüber, was man damit bezwecke.

Die Daten von Topsy, einem engen Partner von Twitter, könnten zur Verbesserung von Apple-Produkten wie der Sprachsteuerung Siri dienen und die dahinterliegende Suchmaschine optimieren. Der Online-Shop iTunes könnte ebenfalls profitieren. Zm Beispiel könnten Apps, die „heiße“ Themen auf Twitter sind, im Appstore in den Vordergrund geholt werden. Topsy hat Zugriff auf über 400 Milliarden Tweets, die seit 2006 verschickt worden sind. Die Daten zeigen an, welche Themen gerade „in“ sind, über welche Personen, Produkte, Filme oder TV-Shows gesprochen wird. Sinnvoll erscheinen Topsy-Daten auch für Apples Aktivitäten in der Onlinewerbung, um Werbung gezielter zu platzieren.

Denkbar ist auch schlicht ein so genanntes „Akqui-hire“, der Kauf eines Unternehmens, um an seine Technologie und seine Mitarbeiter zu gelangen. Topsy-Technologie könnte dann bald in einem der Apple-Produkte auftauchen oder helfen, eine Apple-Suchmaschine aufzubauen, um die Abhängigkeit von Google weiter zu lösen. Der Kauf des 2006 gegründeten Start-Ups ist die zweite Akquisition innerhalb von zwei Wochen. Zuvor wurde der israelische Sensor-Hersteller PrimeSense für über 300 Millionen Dollar aufgekauft.

Interessant ist noch, dass Twitter selbst offenbar kein Interesse an Topsy hatte, obwohl der Börsenneuling selbst bislang keine Möglichkeit anbietet, um seine gesamten Datenbestand zu durchsuchen.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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