Toshiba-Bilanzskandal
Ex-Manager sollen 7,4 Millionen Euro zahlen

Toshiba hat einer Untersuchung zufolge seit 2008 den operativen Gewinn um umgerechnet 1,1 Milliarden Euro schöngerechnet. Die Konzernspitze soll davon gewusst haben. Nun fordert das Unternehmen Schadenersatz.

TokioDer japanische Elektronikkonzern Toshiba fordert einem Bericht der Wirtschaftszeitung „Nikkei“ zufolge Schadenersatz von mehreren ehemaligen Top-Managern wegen des verlustreichen Bilanzskandals. Ab Samstag werde Toshiba drei ehemalige Konzernchefs und zwei Finanzchefs zur Kasse bitten, berichtete die Zeitung am Freitag. Sie berief sich auf Auszüge aus einem Gutachten von Rechtsanwälten, die seit September an einer Aufarbeitung des Skandals sitzen. Toshiba will am Samstag die Ergebnisse des zurückliegenden Quartals vorlegen.

Im Juli war bekannt geworden, dass Toshiba seine Bilanzen in den sechs Geschäftsjahren von 2008 bis 2014 um umgerechnet 1,13 Milliarden Euro geschönt hatte. Der Konzernchef Hisao Tanaka und mehrere Verantwortliche mussten deshalb ihren Hut nehmen. Auch Tanakas Vorgänger an der Firmenspitze, Norio Sasaki und Atsutoshi Nishida, hätten „eine große Verantwortung“ für die Bilanzfälschungen, ebenso zwei Finanzchefs, berichtete „Nikkei“ weiter.

Eine Gruppe von Aktionären hatte darauf bestanden, dass die Verantwortlichen des Bilanzskandals zur Rechenschaft gezogen werden. Die Gruppe nannte insgesamt 28 Manager, darunter die drei ehemaligen Chefs. Sie sollen demnach eine Milliarde Yen (7,4 Millionen Euro) zahlen.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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