Toshiba Chipsparte soll mehr als acht Milliarden Euro einbringen

Toshiba plant den Verkauf seiner Chipsparte und hofft einem Agenturbericht zufolge auf Einnahmen von mehr als acht Milliarden Euro. Der japanische Industriekonzern will sich damit für künftige Finanzprobleme wappnen.
Update: 21.02.2017 - 10:44 Uhr Kommentieren
Zunächst wollte der japanische Industriekonzern Toshiba nur 20 Prozent seiner Chipsparte verkaufen, nun ist von der Mehrheit die Rede. Quelle: Reuters
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Zunächst wollte der japanische Industriekonzern Toshiba nur 20 Prozent seiner Chipsparte verkaufen, nun ist von der Mehrheit die Rede.

(Foto: Reuters)

TokioDer Verkauf der wichtigen Chipsparte soll dem angeschlagenen Industriekonzern Toshiba den Befreiungsschlag bringen. Einem Agenturbericht zufolge erhofft sich das Management von einer Veräußerung umgerechnet mindestens 8,35 Milliarden Euro (eine Billion Yen). Damit wolle sich das japanische Unternehmen für alle künftigen Finanzprobleme wappnen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eine mit den Plänen vertraute Person.

Der Verkauf der Mehrheit am wichtigen Chipgeschäft sei der „beste und einzige Weg, wie Toshiba große Geldsummen einnehmen und Sorgen um seine Kreditwürdigkeit aus dem Weg räumen kann“. Andere Chiphersteller, Investmentfonds und Kunden hätten bereits Interesse angemeldet. Eine Toshiba-Sprecherin sagte, sie könne sich nicht zu Details des Verkaufsprozesses äußern.

Ursprünglich wollte Toshiba nur 20 Prozent der lukrativen Chipsparte verkaufen, inzwischen ist von der Mehrheit die Rede. Toshiba habe noch keine Entscheidung getroffen, welcher Anteil genau abgegeben werden soll, sagte der Insider. Dies hänge davon ab, welcher Preis erzielt werden könne. Das Unternehmen wolle allerdings ein Drittel behalten, um weiterhin Kontrolle auf die Geschäfte ausüben zu können. Der Verkauf solle so bald wie möglich auf den Weg gebracht werden. Die Toshiba-Chipsparte ist nach Samsung Electronics die Nummer zwei auf dem Weltmarkt für NAND-Chips, die vor allem in USB-Sticks, SD-Karten und MP3-Playern zum Einsatz kommen.

Der Konzern leidet unter Milliardenabschreibungen auf das angeschlagene US-Atomkraftwerk-Geschäft, zudem ist er noch von einem Bilanzskandal aus dem Jahr 2015 geschwächt. Nun lauern möglicherweise neue Risiken in Deutschland. Der Stromzähler-Hersteller Landis+Gyr, der seit 2011 mehrheitlich zu Toshiba gehört, bleibt mit seinen Ergebnissen hinter den Erwartungen zurück. Möglicherweise müssten deswegen gut 800 Millionen Euro in diesem Jahr abgeschrieben werden, sagte ein hochrangiger Manager einer Gläubigerbank.

Zu den Geldgebern von Toshiba gehören unter anderem die Sumitomo Mitsui Financial Group und die Mizuho Financial Group. Toshiba-Finanzchef Masayoshi Hirata sagte vergangene Woche, das Unternehmen gehe nicht davon aus, dass eine Abschreibung nötig sei. Der Konzern, der fast 190.000 Mitarbeiter beschäftigt, bietet neben Computerchips auch Laptops, Industrieanlagen, Aufzüge und Waschmaschinen an.

  • rtr
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