Toshiba
Tech-Konzern bettelt bei Banken

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Das Wort „Zerschlagung“ macht die Runde

Darüber hinaus gibt es Gerüchte, dass Westinghouse-Manager Druck ausgeübt hätten, etwa während der jüngsten Untersuchung. Der Toshiba-Konzern teilte mit, dass das Unternehmen einen weiteren Monat für eine Überprüfung der Ergebnisse benötige. Aber Analysten sehen darin einen Beweis, dass falsche Buchhaltung verbreitet ist.

Entsprechend harsch fällt das Urteil der Analysten aus, die bis Mitte Dezember vergangenen Jahres an die Wiederauferstehung des Konzerns geglaubt hatten. „Die Aussichten Toshibas werden immer unsicherer“, meint Yu Yoshida von der Deutschen Bank Tokio.

Ein Grund sind die Finanzen. „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Kosten im Laufe der Untersuchungen noch weiter steigen werden,“ warnt Yoshida. So macht das Wort „Zerschlagung“ die Runde. Nicht von ungefähr: Der Konzern hat bereits einen Teil seines Portfolios, etwa die Haushaltsgerätesparte, verkauft. Doch mit einem Verkauf der Chipsparte wäre auch der Sanierungskurs Tsunakawas nach noch nicht einmal einem Jahr Geschichte.

Tsunakawa sah die „Halbleiter“ wie die „Kraftwerke“ als Zukunftsbereiche des Toshiba-Konzerns. Doch nun bricht ihm nicht nur der wichtigste Gewinnbringer weg. Hinzu kommt, dass das Atomgeschäft radikal schrumpfen soll. Das Unternehmen soll sich demnach aus dem finanziell riskanten Bau von Atomkraftwerken zurückziehen und sich künftig auf Design, Ingenieursleistungen, Unterhalt und das Brennstoffgeschäft konzentrieren.

Noch haben die Banken allerdings die Hoffnung nicht aufgegeben, ihr Geld zurückzubekommen. Der Wirtschaftszeitung Nikkei zufolge werden sich die Geldhäuser dafür entscheiden, die Kredite bis Ende März zu verlängern. Doch für den Toshiba-Konzern hat damit – ein Jahr nach dem 140-jährigen Bestehen – die Sinnkrise erst begonnen.

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Martin Kölling, Handelsblatt-Redakteur und Korrespondent in Tokio. Quelle: privat
Martin Kölling
Handelsblatt / Asien-Korrespondent

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