Toshiba Tech-Konzern bettelt bei Banken

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Das Wort „Zerschlagung“ macht die Runde

Darüber hinaus gibt es Gerüchte, dass Westinghouse-Manager Druck ausgeübt hätten, etwa während der jüngsten Untersuchung. Der Toshiba-Konzern teilte mit, dass das Unternehmen einen weiteren Monat für eine Überprüfung der Ergebnisse benötige. Aber Analysten sehen darin einen Beweis, dass falsche Buchhaltung verbreitet ist.

Entsprechend harsch fällt das Urteil der Analysten aus, die bis Mitte Dezember vergangenen Jahres an die Wiederauferstehung des Konzerns geglaubt hatten. „Die Aussichten Toshibas werden immer unsicherer“, meint Yu Yoshida von der Deutschen Bank Tokio.

Ein Grund sind die Finanzen. „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Kosten im Laufe der Untersuchungen noch weiter steigen werden,“ warnt Yoshida. So macht das Wort „Zerschlagung“ die Runde. Nicht von ungefähr: Der Konzern hat bereits einen Teil seines Portfolios, etwa die Haushaltsgerätesparte, verkauft. Doch mit einem Verkauf der Chipsparte wäre auch der Sanierungskurs Tsunakawas nach noch nicht einmal einem Jahr Geschichte.

Wie BMW, Daimler und Audi künftig die Welt vermessen
Kameraauto von Here
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Die Kamerautos von Here vermessen mit teuren Apparaturen die Straßen. Auf dem Dach sind zahlreiche Sensoren montiert. Wilfried Ness (am Steuer) gehört zu einem Kartenteam der Nokia-Tochter, die jetzt an die deutschen Premiumhersteller verkauft wird.

Aufbau mit Sensoren
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Die Kameras zeigen nach vorne, hinten, links und rechts – sie schießen hochauflösende Bilder. Lasertaster vermessen die Häuserfronten – Lidar nennen Experten diese Technologie, bei der aus vielen kleinen Punkten ein Bild zusammengesetzt wird. Ganz oben...

GPS-Empfänger
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... thront ein GPS-Empfänger. Er soll die Position des Fahrzeugs möglichst genau orten. Der gesamte Aufbau kostet mehr als das Auto selbst.

Kabelstrang
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Den Aufbau montiert Nokia auf einem herkömmlichen Dachgepäckträger, die Kabel laufen von dort ins Innere...

Blick ins Auto
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... zu einem Computer, der im Fußraum des Beifahrersitzes steht. Dort werden die Daten gespeichert – die Festplatte fasst ein Terabyte, also 1024 Gigabyte. Binnen einer Woche ist sie voll, mit Fotos und Daten.

Tablet als Navigationsgerät
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Hier geht's lang: Ein Tablet-Computer dient als Navi und Kontrollstation. Der Fahrer kann sich die Routen anzeigen lassen...

Perspektiven der vier Kameras
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... und die Ergebnisse kontrollieren. Hier Aufnahmen der hochauflösenden Kameras, die in vier Richtungen zeigen.

Tsunakawa sah die „Halbleiter“ wie die „Kraftwerke“ als Zukunftsbereiche des Toshiba-Konzerns. Doch nun bricht ihm nicht nur der wichtigste Gewinnbringer weg. Hinzu kommt, dass das Atomgeschäft radikal schrumpfen soll. Das Unternehmen soll sich demnach aus dem finanziell riskanten Bau von Atomkraftwerken zurückziehen und sich künftig auf Design, Ingenieursleistungen, Unterhalt und das Brennstoffgeschäft konzentrieren.

Noch haben die Banken allerdings die Hoffnung nicht aufgegeben, ihr Geld zurückzubekommen. Der Wirtschaftszeitung Nikkei zufolge werden sich die Geldhäuser dafür entscheiden, die Kredite bis Ende März zu verlängern. Doch für den Toshiba-Konzern hat damit – ein Jahr nach dem 140-jährigen Bestehen – die Sinnkrise erst begonnen.

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