Tourismus: Low-Cost-Airlines fliegen auf Griechenland

Tourismus
Low-Cost-Airlines fliegen auf Griechenland

Griechenlands Wirtschaft braucht frische Ideen: Das krisengeschüttelte Land will mit Billig-Airlines die Wirtschaft ankurbeln. Davon könnten auch deutsche Urlauber profitieren.
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AthenMit den Zuwächsen im Tourismus soll der schwer gebeutelten Fremdenverkehrsbranche und damit der griechischen Wirtschaft insgesamt wieder auf die Beine geholfen werden. Eine baldige Rückkehr zum Wachstum gilt als wichtige Voraussetzung zur Bewältigung der griechischen Schuldenkrise. Der Athener Verkehrsminister Dimitris Reppas hat jetzt entschieden: ab 1. April werden die Lande- und Parkgebühren für Flugzeuge auf allen griechischen Flughäfen gestrichen. Die Regelung gilt bis zum Jahresende. Ausgenommen ist nur der Hauptstadtflughafen Athens International Airport, der als einziger von einem privaten Betreiber geführt wird, nämlich von Hochtief Concessions. Die Gebührenpolitik zeigt bereits Wirkung: obwohl das Passagieraufkommen in Griechenland rezessionsbedingt rückläufig ist, wollen die großen Low-Cost-Carrier ihr Angebot im kommenden Sommer erheblich ausweiten. Vor allem Ryanair expandiert massiv und bietet im Sommerflugplan gleich 16 neue Verbindungen auf die Inseln Kos und Rhodos an.

Bereits im vergangenen Sommer profitierten die Hoteliers, Tavernenwirte und Andenkenhändler auf diesen beiden Dodekanes-Inseln von den Billigfliegern: während die Besucherzahlen landesweit um rund sieben Prozent einbrachen und manche Inseldestinationen sogar Einbußen von 15 Prozent zu verkraften hatten, stiegt die Zahl der Flugpassagiere auf Rhodos um fast neun und auf Kos um elf Prozent. Das Plus ging hauptsächlich auf das Konto von Ryanair.

Auch das nordgriechische Thessaloniki zieht immer mehr Billigflieger an. Bisher hat Griechenlands zweitgrößte Stadt nur wenige internationale Flugverbindungen. Ryanair fliegt von Thessaloniki künftig zu sieben Zielen, darunter Frankfurt Hahn, Mailand und Rom. Der Konkurrent Easyjet steuert aus der nordgriechischen Hafenstadt neben London, Mailand, Berlin, Dortmund und Basel künftig auch Paris an. 

Auch die Athener Flughafenmanager werben mit flexibleren Gebühren verstärkt um Low-Cost-Carrier. Nachdem die Passagierzahlen bereits 2010 krisenbedingt um fünf Prozent einbrachen, beschleunigte sich in den ersten beiden Monaten dieses Jahres die Talfahrt sogar: im Auslandsverkehr gingen die Passagierzahlen um 6,6 Prozent, auf den Inlandsflügen sogar um 27,4 Prozent zurück. Dennoch erwartet das Flughafenmanagement für die Sommersaison einen Anstieg der Passagierzahlen um sieben Prozent – vor allem dank der Billigflieger, die 14 Prozent mehr Passagiere als im Vorjahr an die Akropolis bringen sollen.

Nach dem Rezessionsjahr 2010, das der griechischen Wirtschaft ein Minus von 4,5 Prozent bescherte, hofft die Fremdenverkehrsbranche, die immerhin 16 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt beisteuert und für jeden fünften Arbeitsplatz sorgt, jetzt auf eine Rückkehr zum Wachstum. Die Aussichten dafür stehen nicht schlecht: die meisten griechischen Hoteliers haben aus der Krise gelernt und ihre oftmals als überhöht empfundenen Preise deutlich zurückgenommen. „Wir liegen derzeit bei den Reservierungen bereits zehn Prozent über dem Vorjahr“, heißt es beim Verband der griechischen Touristikunternehmen (SETE).

Gerd Höhler
Gerd Höhler
Handelsblatt / Korrespondent Südosteuropa

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