Tragbare Navigationsgeräte Die Untoten der Windschutzscheibe

Der Markt für tragbare Navigationssysteme ist kräftig geschrumpft – das liegt vor allem am Boom der Smartphones. Doch der Elektronikkonzern Garmin glaubt trotzdem unverdrossen an die Apparate.
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Jahrelang ist das Geschäft mit tragbaren Navigationsgeräten geschrumpft – dennoch leben die elektronischen Wegweiser an der Windschutzscheibe weiter. Quelle: dpa
Digitaler Wegweiser

Jahrelang ist das Geschäft mit tragbaren Navigationsgeräten geschrumpft – dennoch leben die elektronischen Wegweiser an der Windschutzscheibe weiter.

(Foto: dpa)

MünchenViele Jäger sind des Hasen Tod. Jahrelang ist das Geschäft mit tragbaren Navigationsgeräten geschrumpft. Millionen von Smartphones mit ihren eingebauten Routenplanern schienen die Navis endgültig aus den Autos zu verdrängen. Doch die elektronischen Wegweiser an der Windschutzscheibe leben weiter: „Seit 18 Monaten ist der Markt stabil, er wächst sogar wieder“, behauptet Stefan Bernard, Deutschlandchef von Garmin.

Der US-Konzern sieht sich daher in seiner Strategie bestätigt: „Wir bringen immer wieder neue Features in die Geräte und versuchen, den Markt mit Innovationen zu pushen“, betont Bernard. Gerade hat Garmin ein Navi mit eingebauter Kamera vorgestellt. Der Apparat warnt, wenn der Wagen auf der Autobahn von der Spur abkommt oder dem vorausfahrenden Wagen zu nahe auffährt. Auf den letzten 100 Metern der Route wird das Ziel zudem per Kamera angezeigt. Außerdem zeichnet die Kamera die Fahrt auf. Kommt es zu einem Unfall, werden je eineinhalb Minuten vor und nach dem Aufprall gespeichert. Als Zubehör gibt’s eine Rückfahrkamera für den Blick nach hinten.

Das ist innovativ in tragbaren Navigationsgeräten, gehört in Oberklasse-Autos von Audi, Mercedes oder BMW aber zum Standard. Der Unterschied: Das sogenannte „Nüvicam“-Navi wird nur 379 Euro kosten, wenn es in diesen Tagen in die Läden kommt. Die Fahrzeughersteller hingegen verlangen mehrere Hundert Euro Aufpreis für jeden einzelnen Assistenten, oder eine vierstellige Summe im Paket mit eingebauter Navigation.

Mobilitäts-Apps, die wirklich weiterhelfen
SAP bietet App für Fahrgemeinschaft an
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Die Flut der angebotenen Smartphone-Apps ist unüberschaubar. Viele der Anwendungen fallen eher in die Kategorie "Spielerei" und kosten den Nutzer eher Zeit, als ihm weiterzuhelfen. Doch es gibt auch eine ganze Reihe wirklich nützlicher Angebote aus dem Bereich Straßenverkehr.

Die im folgenden vorgestellten Anwendungen bzw. Mini-Programme lassen sich auf den Seiten der Anbieter beziehungsweise im App-Store von Apple oder bei Google Play downloaden, entsprechende Links finden sich unter den Motiven.

Foto: App der Fahrgemeinschaftssuche TwoGo

kfz-mobil-app
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Mobile Anwendungen sind besonders dann hilfreich, wenn Verkehrsteilnehmer mit ihrem Fahrzeug liegenbleiben. Im Fall einer Panne oder eines Verkehrsunfalls helfen etwa die Kfz Mobil-App des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes und die Notrufortung des Automobilclubs für Deutschland (AvD). Beide Anwendungen sind gratis für Apple iOS und Android verfügbar.

Kfz mobil bietet eine ortsabhängige, nach Marken sortierte Suche nach Kfz-Innungsbetrieben und erkennt auf Wunsch den aktuellen Standort des Nutzers. Die Anwendung stellt die Kfz-Werkstätten in der Umgebung auf einer Karte dar, navigiert den Nutzer zur Werkstatt oder stellt eine Telefonverbindung her.

Link: http://www.kfzgewerbe.de/autofahrer/suchen-finden/smartphone-app.html

avd-notfallortung-app
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Die AvD-Notrufortung erkennt den Aufenthaltsort des Nutzers dank GPS metergenau und erleichtert damit Rettungskräften die Suche. Der Nutzer kann in der sogenannten "Notfallakte" zudem Informationen zu Gesundheitsrisiken, Allergien oder aktuellen Medikationen hinterlegen.

Link: https://play.google.com/store/apps/details?id=de.dialogs.notfallakte.avd&hl=de

servicegate-app
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Auch die kostenlose Anwendung ServiceGate findet von unterwegs die nächste Kfz-Werkstatt, einen Reifenhändler, Autoglaser oder auch Raststätten und Tankstellen. Daneben bietet sie einen Pannen-Notruf und eine Direktverbindung zu Polizei und Notruf sowie Spiele an.

Clever: Integriert ist eine Art "Taschenlampen"-Funktion für das Handy, indem die App das Display schlicht auf einen weißen Hintergrund umschaltet.

Link: https://play.google.com/store/apps/details?id=de.ppc.servicegate

google-maps-app
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Eine weitere Kategorie nützlicher Helfer bilden die Navigations-Apps und Verkehrsinformationen. Bekanntester Vertreter ist Google Maps. Das Programm bietet eine präzise Routenführung anhand aktueller Karten und darüber hinaus Stauinformationen in Echtzeit.

Link: https://itunes.apple.com/de/app/google-maps/id585027354

mid Schwabach - Für den Bereich Mobilität und Auto gibt es eine ganze Reihe nützlicher Smartphone-Apps. Ein Beispiel ist die Coyote-App, die Autofahre
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Auf die Anzeige von Unfällen, Behinderungen und Gefahrenstellen spezialisiert ist die Coyote App. Darüber hinaus teilt sie dem Fahrer das aktuelle Tempolimit mit und warnt vor stationären Blitzern.

Sowohl Google Maps wie auch Coyote sind für iOS und Android kostenlos und nutzen Daten, die Nutzer der App bereitstellen. Bei Coyote etwa sind dies rund zwei Millionen Personen, die Vorkommnisse auf ihrer Strecke von unterwegs melden und damit an alle anderen Nutzer senden.

Link: https://itunes.apple.com/de/app/icoyote-live-verkehrsinfo/id581347352

wohin-app
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Ein weiterer Spezialist ist die Wohin?-App für iOS. Sie findet eine Vielzahl an Lokalitäten wie etwa den nächsten Bankautomaten, spezielle Geschäfte und Ärzte in der Umgebung oder das nächstgelegene indische Restaurant. Enthalten sind auch Zusatz-Informationen wie Öffnungszeiten. Das gefundene Ziel kann der Nutzer im Anschluss in eine Navi-App wie Google Maps übertragen und ansteuern. Die Wohin?-App kostet einmalig 2,69 Euro, eine Basis-Version gibt es gratis.

Link: https://itunes.apple.com/de/app/wohin-where-to-intelligente/id314785156

Die Dienstwagenbesitzer stehen freilich ohnehin nicht im Fokus von Garmin. „Der Fahrer eines 5er-BMW ist nicht unser Kunde“, unterstreicht Bernard. Der Manager setzt auf Käufer, die sich vor Jahren schon ein Navi gekauft haben und jetzt feststellen, dass sie mit einem modernen Modell viel mehr für ihr Geld bekommen.

Die Navis kamen Mitte des vergangenen Jahrzehnts so richtig in Mode, die kleinen digitalen Wegweiser waren damals sehr begehrt. Der Durchschnittspreis der Navigationsgeräte lag 2005 in Deutschland nach Berechnungen des Branchenverbands Bitkom bei 475 Euro. Doch als der Boom der Smartphones Ende des Jahrzehnts einsetzte, brachen die Verkäufe ein.

Verluste für Navi-Hersteller Tomtom
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