
HOLLYWOOD. Viele der rund 1 300 Senderchefs und Filmeinkäufer, die zurzeit auf der weltgrößten Fernsehmesse L.A. Screenings nach neuen Film- und Serienhits fahnden, sind unzufrieden mit der Traumfabrik Hollywood. Die Studios produzierten immer häufiger am Geschmack der TV-Zuschauer inner- und außerhalb Nordamerikas vorbei, klagen vor allem die deutschen Chefeinkäufer, darunter RTL-Chefin Anke Schäferkordt.
Hollywood ist zum Synonym für Langeweile geworden. "Ich habe den Eindruck, dass es an Kreativität mangelt", sagte ZDF-Programmchef Thomas Bellut dem Handelsblatt. Wolf Bauer, Chef des deutschen Film- und TV-Produzenten Ufa, rügt: "Mit der in Los Angeles angebotenen Ware kann ein Sender kein Profil und kein Image kreieren."
Die Kritik trifft die ohnehin schwächelnde US-Fernsehindustrie hart. Der Umsatz mit TV-Produktionen brach im vergangenen Jahr um fast fünf Prozent auf 37,8 Mrd. Dollar ein, die Erlöse der TV-Sender sogar um knapp zehn Prozent auf 73,1 Mrd. Dollar.
Obwohl es ein streng gehütetes Geheimnis ist, wie viel Geld auf den L.A. Screenings umgesetzt wird, rechnen Teilnehmer in diesem Jahr mit sinkenden Einnahmen der Hollywood-Studios. Die Deutschen etwa gaben 2009 für Filme und Serien aus den USA rund eine Milliarde Euro aus. Diese Summe, schätzen Messeteilnehmer, werde diesmal klar unterschritten.
Das ist ein deutliches Signal. Deutschland wünscht sich mehr Kreativität und weniger Kommerz-TV. Die Zeit, wo man dankbar die US-Ware entgegennahm, ist vorbei. Die Traumfabrik, vor zwei Jahren von einem monatelangen Autorenstreik gebeutelt und dann von der Finanzkrise zu Sparprogrammen und Arbeitsplatzabbau gezwungen, muss sich in diesem Jahr vor allem ihre schwindende Zuschauerakzeptanz vorhalten lassen.
Weltweite Serien-Erfolge wie "Dr. House", "Lost", "Desperate Housewives" und "CSI" haben bei den Zuschauerquoten längst ihren Höhepunkt überschritten. Und neue Quotenrenner sind nicht in Sicht, klagen Messebesucher.
Mit jedem Rauswurf eines erfahrenen Mitarbeiters gehe "Kreativität und Know-how verloren, die nicht so leicht zu ersetzen sind", sagt ein langjähriger Sony-Mitarbeiter, der die Entlassungswelle überlebt hat. "Filmstudios sind eben keine Autofabriken."
Hinzu kommt, dass alte Geschäftsmodelle bei der Auswertung der Filmrechte nicht mehr funktionieren. Die für die Studios so wichtigen DVD-Umsätze brechen massiv ein. "Der DVD-Markt kollabiert", beschreibt ein Rechtemanager die Dramatik dieser Tage.
Eigentlich hält Hollywood nur noch einen letzten Trumpf in der Hand - den Preisjoker. Denn die US-Studios füllen das Programm auch der deutschen Sender für wenig Geld. Eine Folge einer US-Serie koste 100 000 bis 180 000 Dollar, sagt ZDF-Programmchef Bellut. Hiesige Eigenproduktionen seien drei- bis viermal teurer.
ich glaube eher,
daß Deutsche intellektuell nicht mehr schritt halten.
im Amiland gibt es die geilsten Serien, und es scheint kein Ende zu nehmen.
Auf Deutsch gibt es das allerdings gar nicht !!!
Und außerdem: Das ist sprachlich nicht einfach, zu übersetzen,
und die gleiche Comedy rüberzubringen !!!
Es gibt Serien ohne Ende,
inzwischen mehr als jeder schauen kann.
Und das Niveau gibt es auch passend für jeden,
von wegen langweilig.
Schonmal big bang Theory gesehen ?
Der Artikelverfasser hat leider total daneben gezielt.
Serien. Hmm. Sind das nicht die zerhackstückten Filme, deren Titel immer wieder im Programm stehen?
Hab ich das letzte mal vor 20 Jahren gesehen. Diese tiefergelegten Primitivfernsehn erträgt doch kein Mensch. Schön, daß das nun den Programmverantwortlichen auch mal auffällt. Obwohl ich den Eindruck habe, daß Fernsehen gar nicht schlecht genug sein kann, Hauptsache die Lückenfüller zwischen den Werbeblöcken sind billig, strunzbillig.
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