Treffen mit Konzernspitze
Pläne des Bochumer Nokia-Betriebsrats scheitern

Der Betriebsrat ist mit seinen Plänen zum Erhalt der Nokia -Handy -Produktion in Bochum gescheitert. Das Nokia - Management habe die Vorschläge des Betriebsrats als "nicht umsetzbar" zurückgewiesen. Damit ist die Hoffnung der 2 300 Beschäftigten auf eine Rettung des Werks zerstört.

ESPOO/BOCHUM. Das Scheitern haben beide Seiten nach einem Treffen am Hauptsitz des Unternehmens in Espoo (Finnland) am Dienstag mitgeteilt. Jetzt müsse es darum gehen, für die 2 300 Beschäftigten in Bochum Arbeitsplätze bei anderen Unternehmen zu finden, hieß es weiter.

Ein Vorschlag des Betriebsrats war es, gut 14 Millionen Euro in die beiden Produktionslinien zu investieren, um so bei unveränderter Belegschaft die Produktion verdoppeln zu können.

Nokia will sein Bochumer Werk mit 2 300 Festangestellten und 1 000 Leiharbeitern aus Kostengründen unverändert zur Jahresmitte aus der Ruhrgebietsstadt abziehen. Der größte Teil der Produktion soll in ein neues Werk nach Rumänien verlagert werden. Die Pläne hatten bei Beschäftigten, Gewerkschaften und in der Politik Proteststürme ausgelöst.

Ein potenzieller Arbeitgeber für einige Nokia -Beschäftigten ist das Biotechunternehmen Qiagen. Es will Mitarbeiter des von der Schließung bedrohten Nokia -Werkes in Bochum einstellen. "Es gibt konkrete Gespräche mit Nokia -Mitarbeitern", sagte Qiagen -Vorstandschef Peer Schatz am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz in Düsseldorf: "Ich bin der Meinung, dass sie ein paar dieser Mitarbeiter bei uns sehen werden." Das deutsch-niederländische Biotech-Unternehmen sei vor allem an Ingenieuren des Handyherstellers interessiert. Weltweit will der Konzern im laufenden Jahr etwa 275 Mitarbeiter einstellen, davon 111 in Deutschland.

Das Scheitern des Gesprächs zwischen Betriebsrat und der Konzernführung kann mitentscheidend für eine vom Land Nordrhein-Westfalen geforderte Subventionsrückzahlung sein. Wirtschaftsministerin Christa Thoben verlangt 41 Millionen Euro zurück, weil Nokia die zugesagte Zahl an Dauerarbeitsplätzen nicht eingehalten habe. Sie hat dem Konzern bis heute Zeit gegeben, seine Sicht der Dinge darzulegen und ihr Vorgehen von "weiteren Verhandlungsschritten" abhängig gemacht.

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