Trendwende am Chipmarkt
Intel-Chef gibt Konzern neue Struktur

Der neue Intel-Chef Brian Krzanich verschwendet keine Zeit: Er erhöht seinen Einfluss auf die Einzelsparten und gründet eine Abteilung für Produkttrends. Der Konzern hinkt den Konkurrenten am Chipmarkt derzeit hinterher.
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San FranciscoEine neue Konzernstruktur soll Intel wieder auf Vordermann bringen. Nur wenige Tage nach seinem Amtsantritt verpasste Firmen-Chef Brian Krzanich dem Chiphersteller einen umfassenden Umbau. Um an die Konkurrenz aufzuschließen, gründete Krzanich eine Abteilung "Neue Geräte", die sich mit Produkttrends befassen soll, wie aus einer Bekanntmachung hervorgeht, die am Montag intern verschickt wurde und über deren Inhalt die Nachrichtenagentur Reuters informiert wurde. Ein Intel-Sprecher bestätigte später die Angaben.

Die meisten Produktabteilungen stehen ab sofort direkt unter der Verantwortung des neuen Konzern-Chefs, der sein Amt am 16. Mai angetreten hat. "Als Ihr Chef bin ich verpflichtet, schnelle und fundierte Entscheidungen zu fällen. Ich bin verpflichtet, kühner zu sein und schneller zu reagieren", schrieb Krzanich in der Mitteilung. "Wir werden zuhören, lernen und dann Veränderungen vornehmen, um in der sich rapide verändernden Branche mithalten zu können."

Intel war zuletzt immer stärker in den Strudel der PC-Krise geraten. Zu Jahresbeginn gingen Gewinn und Umsatz erneut zurück. Verbraucher lassen traditionelle Computer immer öfter links liegen und greifen lieber zu Tablet-Rechnern und Smartphones. Auf diesen Trend hat der Branchenprimus zu spät reagiert. Konkurrenten wie Qualcomm oder Samsung Electronics sind hier stärker aufgestellt. Vor allem der britische Chip-Entwickler ARM setzt Intel mit seinen stromsparenden Rechenkernen zu.

Chef der Abteilung "Neue Geräte" wird Mike Bell, der bislang gemeinsam mit dem früheren Infineon -Manager Hermann Eul für Smartphone-Chips zuständig war. Der Deutsche Eul ist nun allein für den Bereich verantwortlich. Von dem Bereich "Neue Geräte" erwartet Krzanich, aus technischen Innovationen und neuen Geschäftsmodellen Produkte zu entwickeln, die den Markt "prägen und anführen". Wenn Intel das liefert, könnte es von großer Bedeutung für den Konzern sein, sagte Analyst Cody Acree von Williams Financial. Er hatte wie einige seiner Kollegen für die Nachfolge von Intel-Chef Paul Otellini auf einen externen Kandidaten gesetzt. Sie sahen dies als größere Chance für den Konzern an, umfassendere Veränderungen vorzunehmen. Der 52-jährige Chemiker Krzanich arbeitet seit 1982 für Intel. In dieser Zeit wurde Krzanich bekannt dafür, nach Beratungen mit Vertrauten schnelle Entscheidungen zu fällen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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