Trennung von Motorola: Google verkauft sein Handy-Geschäft

Trennung von Motorola
Google verkauft sein Handy-Geschäft

Google verkauft Handyhersteller Motorola nach zwei Jahren an Lenovo. Das ist nur auf den ersten Blick eine Niederlage für Larry Page, den Chef des Suchmaschinenkonzerns. Auch für Lenovo ist der Deal eine große Chance.
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New YorkEs sieht aus wie eine Niederlage. Der Webgigant Google verkauft den Smartphonehersteller Motorola Mobility an den chinesischen IT-Konzern Lenovo für rund drei Milliarden Dollar. Damit endet ein teurer Ausflug in die Smartphonefertigung, wo die Internetfirma nie wirklich hatte Fuß fassen können. Doch am Ende steht Google-Chef Larry Page doch wieder als Gewinner da.

Motorola war 2012 mit 12,5 Milliarden Dollar die bislang größte Akquisition in Mountain View. Lenovo, die bereits die Computerfertigung von IBM übernommen haben, zahlen nun für die frühere Ikone der amerikanischen Handyindustrie 660 Millionen Dollar in bar und übergeben Lenovo-Aktien für 750 Millionen Dollar. Der Rest des Geldes fließt über einen Zeitraum von drei Jahren. Jedenfalls, wenn chinesische und amerikanische Wettbewerbsbehörden mitspielen. Sie müssen den Deal noch genehmigen. Lenovo ist der aggressivste IT-Konzern in den USA. Er hatte 2005 die PC-Sparte von IBM übernommen, kauft jetzt noch die Serversparte von IBM und nun Motorola Mobility.

Die Chinesen bekommen den Markennamen und Lizenzen für Motorola-Patente. Das Patentportfolio an sich bleibt großteils bei Google. Dessen Wert war in früheren Mitteilungen an die Börsenaufsicht mit rund 5,5 Milliarden Dollar angegeben worden, doch bislang konnte keine der massiven Patentklagen gegen Googles Betriebssystem Android damit abgewendet werden.

„Im Smartphonemarkt herrscht ein extremer Wettbewerb“, erklärte Google-Chef Larry Page in einem Eintrag auf dem Firmenblog, „und um Erfolg zu haben hilft es, wenn man mit voller Sache dabei ist.“ Lenovo habe das Wissen und die Erfahrung, um Motorola zu neuer Größe aufzubauen. Damit räumt er indirekt ein, was viele schon lange ahnten: Es war dem Software- und Service-getriebenen Unternehmen  einfach nicht gelungen, das schlingernde Schiff Motorola wieder flott zu machen. Als der Kauf abgeschlossen wurde, hieß es noch „Google und Motorola werden die Innovation im Markt vorantreiben und die Konsumenten werden eine größere Auswahl an besseren Geräten zu günstigen Preisen bekommen.“ Doch es hat nicht funktioniert.

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  • Der Kauf von Nest für 3 Mrd. um "Hardware Design Know-how" zu erlangen ist meines Erachtens auch nicht zielführend. Da setzt das Management Milliarden wie Spielgeld ein.

  • Lenovo [lɛˈnɔvo] („Le“ von englisch legend ‚Legende‘, „novo“ von lateinisch novo ‚neu‘; früher Legend Group) ist der größte Personal-Computer-Hersteller der Volksrepublik China und liegt nach Zahl der weltweit verkauften PCs 2013 an der Spitze mit einem Marktanteil von knapp 17 % vor HP

  • Genau. Aber journalistisch war es mit demHhandelsblatt noch nie so doll

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