Trion Worlds: Bertelsmann investiert in US-Spielehersteller

Trion Worlds
Bertelsmann investiert in US-Spielehersteller

Bertelsmann Digital Media hat sich am kalifornischen Spielehersteller Trion Worlds beteiligt. Dieser profitiert derzeit von dem Hype um Internet-Spielefirmen - und überlegt derzeit einen Börsengang.
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San FranciscoDer kalifornische Spielehersteller Trion Worlds aus Redwood Shores hat 85 Millionen Dollar Kapital eingesammelt. Neben Bertelsmann Digital Media ist der kanadische Ontario Teachers’ Pension Plan als führender Investor an der Finanzierungsrunde beteiligt. Trion wurde 2006 von dem früheren Bertelsmann-Manager Lars Buttler mitgegründet, der Deutsche hatte zuvor bei Electronic Arts gearbeitet, der aktuellen Nummer zwei der Weltrangliste der Computerfirmen.

Trion profitiert von dem derzeitigen Hype um Internet-Spielefirmen wie Zynga aus San Francisco, die erst jüngst an die Börse gegangen ist. Auch Trion überlegt einen Börsengang, so Buttler in einem Gespräch mit dem Handelsblatt, allerdings stehe noch kein Zeitrahmen fest.

Das frische Kapital wird für die Wachstumsfinanzierung genutzt, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Zur Unternehmens-Bewertung bei der Kapitalrunde wurden keine Angaben gemacht.
Das erste Spiel von Trion, die Fantasy-Welt „Rift“, war im März 2011 erschienen und hat laut Unternehmensangaben bis Jahresende weltweit insgesamt über 100 Millionen Dollar Umsatz generiert. Rift ist eine Spielewelt im Internet, ähnlich dem erfolgreichen World of Warcraft („WoW“) von Activision/Blizzard aus dem kalifornischen Santa Monica.

Trion verdient durch monatliche Abo-Gebühren und digitale Güter, die in dem Game an die Spieler verkauft werden. Allerdings scheint das Wachstum sich bereits wieder abzuschwächen. Trion erklärt lediglich, in den „ersten vier Monaten“, also bis Mitte 2011 rund „eine Millionen aktive Spielerkonten“ erreicht zu haben. Jahresendzahlen waren auf Nachfrage nicht zu bekommen. Internet-Spiele wie Rift oder WoW stehen unter starkem Druck durch  Kostenlos-Spiele wie Farmville oder Cityville. Marktführer World of Warcraft hat rund zehn Millionen Spieler, aber bei fallender Tendenz.
Auf der Produktliste von Trion stehen derzeit noch zwei weitere Spiele, eines davon in Zusammenarbeit mit dem TV-Kabelsender SyFi.

Zu weiteren Investoren in Trion gehören die Medien- und Kabelkonzerne Time Warner und Comcast. Insgesamt hat das Unternehmen einschließlich der jüngsten Runde bislang 185 Millionen Dollar aufgenommen. Die Gesamtinvestitionen in Spielefirmen haben sich 2011 nach Erhebungen der Investmentbank Digi-Capital gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt mit einem klaren Schwerpunkt auf Online- und Mobile-Gaming.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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