Trotz anhaltender Verluste: Lycos glaubt an Ertragswende im kommenden Jahr

Trotz anhaltender Verluste
Lycos glaubt an Ertragswende im kommenden Jahr

Das Internetportal Lycos Europe wird im ersten Quartal 2005 weiter deutliche Verluste schreiben. Am Ziel, 2006 die Gewinnschwelle zu erreichen, hält Unternehmenschef Christoph Mohn dennoch fest.

HB FRANKFURT. Mohn sagte am Dienstag in Frankfurt, für das laufende Quartal rechne er mit einem Nettoverlust von 9,9 Millionen Euro nach 11,9 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Der Umsatz werde auf rund 30 (Vorjahr: 23,8) Millionen Euro steigen. Der Verlust vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) werde bei 8,4 (9,7) Millionen Euro liegen. Der Barmittelbestand werde im laufenden Quartal wieder schneller abschmelzen als zuletzt, sagte der Lycos-Chef. „2005 haben wir noch einmal deutlichen Cash-Bedarf“, sagte Mohn.

Er bekräftigte, Lycos wolle 2006 die Gewinnschwelle erreichen. Bereits 2005 sollen die Kosten deutlich sinken, unter anderem durch Stellenabbau und die Verlagerung von 100 Arbeitsplätzen in die armenische Hauptstadt Eriwan, wo das Unternehmen Entwickler beschäftigt und seine westeuropäischen Internet-Server fernüberwacht. Weitere 100 Stellen sollen ganz wegfallen, so dass die Beschäftigung auf 800 von derzeit 900 Mitarbeitern sinke. 2006 würden Kostensenkungen von 30 Millionen Euro voll ertragswirksam, prognostizierte Mohn.

Zum Erreichen der Gewinnschwelle solle außerdem ein „ganz erhebliches“ Umsatzwachstum in den Geschäftsfeldern Internetzugang sowie Bezahldienste und Interneteinkauf beitragen, das je zur Hälfte organisch und zukaufbedingt sei. Allein Tiscali Schweden werde 2005 rund 14 Millionen Euro Umsatz zusätzlich beitragen. Lycos hatte die schwedische Tochter vergangenes Jahr für 13 Millionen Euro übernommen und im vierten Quartal erstmals konsolidiert. Rückläufige Erlöse erwartet Mohn dagegen im schwankenden Online-Werbegeschäft.

Im vergangenen Geschäftsjahr verringerte Lycos Europe seinen Nettoverlust um 19 Prozent auf 45,5 (56,1) Millionen Euro. 2002 hatte das Unternehmen noch 179 Millionen Euro Fehlbetrag verbucht. Bei einer Umsatzsteigerung um 22 Prozent auf 103,8 Millionen Euro reduzierte sich der operative Verlust (Ebitda) 2004 um 15  Prozent auf 34,2 Millionen Euro. Eine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr machte Mohn nicht. Die Aktie des im Prime Standard notierten Internetportals verlor am Dienstagmittag über sechs Prozent auf 0,73 Euro.

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