Trotz Finanzmarktkrise
Avaya sieht Verkauf im Plan

Seit der Krise an den Finanzmärkten hängen einige große Private-Equity-Transaktionen in der Luft. Die Übernahme des Telekom- und Softwareunternehmens Avaya durch zwei Finanzinvestoren soll ungeachtet dessen über die Bühne gehen. Der Konzern steht vor einem radikalen Umbruch.

FRANKFURT. „Mir sind keine Probleme auf der Finanzierungsseite bekannt“, sagte Louis J. D’Ambrosio, der Vorstandschef des Unternehmens, dem Handelsblatt. Sowohl die Finanzinvestoren als auch die finanzierenden Banken hätten klare und bindende Zusagen abgegeben, sagte D’Ambrosio.

Das Avaya-Management hatte im Juli der Übernahmeofferte in Höhe von 8,2 Mrd. Dollar von Silver Lake und TPG zugestimmt. Immerhin rund sechs Mill. Dollar davon sollen über Schulden finanziert werden. Der endgültige Abschluss des Deals ist genau in die durch überzogene US-Hypothekenkredite ausgelöste Vertrauenskrise an den Finanzmärkten hineingeraten. Doch während andere große Private-Equity-Transaktionen wie die Übernahme des Energiekonzern TXU in der Luft hängen oder nachverhandelt werden müssen, sind bei Avaya laut D’Ambrosio keine negativen Folgen zu spüren.

Der Avaya-Chef verwies auf die Unterschiede zu anderen Private-Equity-Transaktionen. „Die Bewertung ist nicht dadurch bestimmt, wie viele Schulden uns aufgebürdet werden konnten. Sie richtete sich vielmehr nach den Marktpreisen“, sagte er. Schließlich hätten sechs strategische Käufer und diverse Finanzinvestoren Interesse an Avaya gezeigt.

Analysten wie Dan Bieler von Marktforscher IDC sehen die Transaktion dennoch eher skeptisch. Sie glauben, dass ein Zusammenschluss mit einem Wettbewerber höhere Synergien erzeugt hätte. Dennoch fühlt sich die Avaya-Spitze laut D’Ambrosio mit den neuen Eigentümern sehr wohl. „Silver Lake hat viel Erfahrung im IT- und Kommunikationsgeschäft. TPG kennt sich mit der Transformation von Technologien und Geschäftsmodellen gut aus. Wir haben also die für uns besten Investoren gefunden“, sagte der Avaya-Chef.

Tatsächlich kann Avaya das Wissen um den Umbau von Geschäftsmodellen gut gebrauchen, steht der US-Konzern, der in Deutschland seit 2004 durch die Übernahme der Tenovis oder vormals Bosch Telenorma präsent ist, doch vor einem radikalen Umbruch. Gestartet mit der Herstellung von Telefonanlagen, hatte sich der Konzern in den vergangenen Jahren stark mit dem Übergang zur internetbasierten Telefonie (Voice-over-IP) beschäftigt. Jetzt will D’Ambrosio das Softwaregeschäft ausbauen.

„75 Prozent unserer Entwicklungsausgaben gehen in Software“, sagte er. Der Anteil des Softwaregeschäfts am Produktumsatz des Konzerns werde von 37 Prozent kontinuierlich wachsen. Der Avaya-Chef schließt auch Übernahmen nicht aus: „Wir haben in den vergangenen Jahren kleinere Softwarefirmen gekauft. Wir werden solche Schritte auch künftig machen, wenn es sinnvoll ist.“

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