Trotz Flop-Film
Disney macht ein Gewinn-Märchen wahr

Die „Avengers“-Superhelden brauchten doch nicht einzugreifen: Der Unterhaltungskonzern Disney steht im zweiten Quartal besser da als erwartet. Den Flop „John Carter“ machte Disney mit anderen Sparten wett.
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Burbank/Los AngelesDer weltgrößte Unterhaltungskonzern Walt Disney hat den Fehlschlag seines teuren Fantasy-Spektakels „John Carter“ gut weggesteckt. Dank eines starken Fernsehgeschäfts, beliebter Freizeitparks und begehrter Fanartikel hat der Konzern im zweiten Geschäftsquartal besser verdient als erwartet.

Bereinigt um den Erwerb einer Mehrheit in einem indischen Medienkonzern und andere Posten kam Disney immer noch auf einen Gewinn von 58 Cent pro Aktie und damit mehr als die 55 Cent, die Analysten erwartet hatten. Unterm Strich blieb von Januar bis März ein Gewinn von gut 1,1 Milliarden Dollar hängen (836 Mio Euro). Das waren 21 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

„Wir sind überaus optimistisch, was unsere Zukunft angeht angesichts der Stärke unserer wichtigsten Marken“, erklärte Disney-Chef Robert Iger am Dienstag im kalifornischen Burbank. So war der Action-Streifen „Avengers“ zu seinem Debüt vor wenigen Tagen gleich auf Platz eins der Kino-Hitliste gesprungen.

Der Superhelden-Film spielte allein am ersten Wochenende in den USA und Kanada das Rekordergebnis von 207,4 Millionen Dollar ein. Weltweit spülte er bislang mehr als 700 Millionen Dollar in die Kassen.

Beobachter trauen dem Streifen aus Disneys Comic-Schmiede Marvel zu, einer der erfolgreichsten Filme aller Zeiten zu werden. Angesichts des Erfolgs auch der Marketing-Produkte kündigte Iger einen zweiten "Avengers"-Film an.

Die Zahlen aus dem zweiten Geschäftsquartal schließen noch nicht die Einspielergebnisse von "The Avengers" mit ein, sie fließen erst in die kommende Zwischenbilanz ein. Doch auch ohne den Blockbuster stieg der Disney-Umsatz jetzt um 6 Prozent auf 9,6 Milliarden Dollar.

Besonders kräftig legten die Freizeitparks zu - mit Ausnahme des europäischen Ablegers nahe Paris, wo die Zahl der Gäste rückläufig war. In den USA dagegen konnte Disney sogar die Ticketpreise erhöhen und dennoch kamen mehr Besucher.

Ins Minus rutschte wie erwartet die Filmstudio-Sparte. Disney hatte bereits vor Wochen gewarnt, dass der mit aufwendigen Spezialeffekten produzierte Film „John Carter“ nicht annähernd die Produktionskosten einspielen werde. Kurz darauf war Studioboss Rich Ross zurückgetreten.

Entsprechend vorbereitet waren die Börsianer; sie freuten sich nun, dass Disney insgesamt besser abschnitt als erwartet. Der Kurs stieg nachbörslich um ein gutes Prozent.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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