Trotz Geschäftsrückgang
Lenovo bleibt Nummer 1 der Branche

Der PC-Hersteller Lenovo kann trotz seiner China-Schwäche knapp die Branchenführung behaupten. Der Markt steht aber unter Druck: Tablets ersetzen zunehmend herkömmliche Geräte. Die HP-Chefin macht Anlegern dennoch Mut.
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SeattleIm schrumpfenden PC-Markt hat der chinesische Lenovo -Konzern seine weltweite Vormachtstellung knapp verteidigt. Dank starker Verkäufe in den USA und Europa kam Lenovo im dritten Quartal auf einen Marktanteil von 17,6 Prozent, wie Daten der Marktforschungsfirma Gartner zeigen. Das Unternehmen konnte damit einen deutlichen Geschäftsrückgang auf dem heimischen Markt kompensieren. Der frühere Primus Hewlett-Packard (HP) kommt auf 17,1 Prozent des Weltmarktes.

Branchenweit brachen die PC-Auslieferungen im vergangenen Vierteljahr um 8,6 Prozent ein - auf 80,3 Millionen Stück. Normalerweise legt in diesem Zeitraum der Absatz zu, weil zum Beginn des Schuljahres viele neue Rechner gekauft werden. Bislang haben die etablierten Hersteller allerdings noch kein Rezept gefunden, der aufstrebenden Konkurrenz durch Tablet-Anbieter wie Apple oder Samsung Paroli zu bieten. Auch die traditionellen Zulieferer von Software und Chips wie Microsoft und Intel bekommen den Strukturwandel in der IT-Branche zunehmend zu spüren.

Am stärksten fiel Gartner zufolge der Rückgang in Europa, dem Orient und Afrika aus. In dieser Region sackte der Absatz herkömmlicher Desktops und Notebooks um fast 14 Prozent ab. Als überraschender Lichtblick erwies sich indes der US-Markt. Dort legten die Verkaufszahlen um gut drei Prozent zu. Die Marktforscher führten die Entwicklung auf geringe Lagerbestände und die Beliebtheit der neuen Intel-Chipgeneration zurück.

Der langjährige Marktführer HP machte seinen Anlegern trotz des anhaltenden Niedergangs Hoffnung. Das kommende Jahr werde nicht so schlecht ausfallen wie befürchtet, sagte HP-Chefin Meg Whitman. "Wir erwarten einen stagnierenden Gesamtumsatz und stellenweise Wachstum." HP-Aktien verteuerten sich daraufhin um fast zehn Prozent zu.

Um 2015 wieder auf Erfolgskurs zu kommen, sei allerdings noch viel zu tun, hieß es weiter. Die Belegschaft müsse sich "manisch" auf die Belange der Kunden konzentrieren. Whitman richtet ihr Haus derzeit verstärkt auf Speicher- und Netzwerksysteme sowie Dienstleistungen aus, um die Abhängigkeit vom Geschäft mit PCs und Druckern zu verringern. "Mit der Zeit werden diese neuen Felder umsatzstärker und sie werden die schrumpfenden Geschäftszweige überholen." Analysten zeigten sich erfreut: "Sie sprach viel mehr von Wachstumschancen als davon, Löcher stopfen zu müssen", sagte Patrick Moorhead von Moor Insights & Strategy. "Investoren mögen das."

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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