10.03.2010

Trotz Gewinneinbruch: Springer-Verlag kommt gut durch das Krisenjahr

Der Medienkonzern Axel Springer übersteht das von der Wirtschaftskrise gezeichnete Jahr 2009 erstaunlich gut. Trotz eines rückläufigen Werbemarktes bleibt Europas größter Zeitungskonzern hochprofitabel. Der Vorstand erhält einen ordentlichen Zuschlag auf seine Bezüge, allerdings gehen auch die Mitarbeiter nicht leer aus.

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Profitabel trotz Werbekrise: Der Medienkonzern Axel Springer. Quelle: dpaLupe

Profitabel trotz Werbekrise: Der Medienkonzern Axel Springer. Quelle: dpa

BERLIN. „Axel Springer ist in der Tat gut durch das Krisenjahr 2009 gekommen, besser als viele andere“, sagte Finanzvorstand Lothar Lanz gestern in Berlin. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete der von Friede Springer kontrollierte Konzern einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 333,7 Mio. Euro. Das entspricht eine Ebitda–Marge von 12,8 Prozent. „Mit einer zweistelligen Ebitda-Rendite haben wir inmitten der größten Wirtschafts- und Medienkrise ein Ziel erreicht, das wir vor sieben Jahren für ein konjunkturell erholtes Umfeld prognostiziert haben“, sagte Vorstandschef Mathias Döpfner. „Kennen Sie ein vergleichbares Medienunternehmen, das so erfolgreich durch die Krise gesteuert ist?“

„Springer hat sich im Krisenjahr mehr als gut geschlagen“, sagte Analyst Harald Heider von der DZ-Bank. „Trotz der schwierigen Bedingungen verdient der Konzern im Stammgeschäft viel Geld.“ Die DZ-Bank empfiehlt die Springer-Aktie zum Kauf. Angesichts der vergleichsweise hohen Gewinnmarge schüttet Springer an seine Mitarbeiter eine Sonderzahlung von 500 Euro aus. Auch der Vorstand profitiert. Die Bezüge der vier Vorstandsmitglieder stiegen auf das Rekordniveau von 17,7 Mio. Euro. Im Vorjahr waren es lediglich 13,1 Mio. Euro. „2009 war für mich persönlich das glücklichste Jahr bei Axel Springer“, sagte Döpfner gestern.

Auch die Aktionäre dürfen sich freuen. Es soll eine Dividende von 4,40 Euro gezahlt werden. Es ist wie im Vorjahr die höchste Dividende, die Axel Springer je gezahlt hat. Die Springer-Aktie hatte in den vergangenen Monaten eine konstante Aufwärtsentwicklung genommen. Innerhalb von einem Jahr hat sich der Kurs nahezu verdoppelt.

Dennoch ging die Werbekrise im vergangenen Jahr an Springer nicht spurlos vorüber. Das Ebitda brach um 31,4 Prozent ein. Der bereinigte Konzernüberschuss sank sogar um 40 Prozent auf knapp 153 Mio. Euro. Darin sind auch außergewöhnliche Restrukturierungskosten von knapp 75 Mio. Euro enthalten. Auch die Erlöse ging leicht um 4,3 Prozent auf 2,612 Euro (Vorjahr: 2,789 Mrd.) zurück.

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