Trotz guter Zahlen
Analysten sehen Blackberry skeptisch

Der Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) schreibt Quartal für Quartal glänzende Zahlen. Doch anders als beim Konkurrenten Apple spiegelt sich dieser Erfolg nicht in der Aktienentwicklung wider. Analysten bereiten vor allem die steigenden Ausgaben für Marketing und Werbung Sorgen.
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DÜSSELDORF. Rekordergebnisse gehören beim kanadischen Blackberry-Hersteller RIM schon so zur Routine wie beim Konkurrenten Apple. Das dritte Quartal von RIM machte da mit einem Umsatzplus von 40 Prozent gegenüber Vorjahresquartal und einem Nettogewinn von 911 Millionen Dollar nach 628 Millionen im Vorjahresquartal keine Ausnahme. Und obwohl für das laufende Quartal wieder Rekorde erwartet werden, zeigen sich Anleger und Analysten skeptisch. Die Apple-Aktie stieg seit Jahresbeginn um 52 Prozent, das RIM-Papier fiel im gleichen Zeitraum um gut elf Prozent auf 60,20 Dollar. Am Freitag, nach Verkündung der Zahlen, ging es nur leicht aufwärts.

Da ist einiges, was zur Vorsicht mahnen lässt. Zum Beispiel hatte RIM im abgelaufenen Quartal 14,2 Millionen Blackberrys ausgeliefert, aber nur 12,3 Millionen davon verkauft. Die restlichen 1,9 Millionen bewertet Co-CEO Jim Balsillie als notwendigen Lageraufbau im Handel für das Weihnachtsgeschäft. Analysten halten die Zahl aber für ziemlich hoch.

Unbehagen bereiten steigenden Ausgaben für Marketing und Werbung. Mit Hochdruck wird an der teuren Markteinführung von RIMs iPad-Konkurrenten Playbook gearbeitet. Allerdings, so die Angst, könnten hier auch wachsende Werbe- und Marketingkosten versteckt sein, um die Marktposition der Smartphones gegen die anstürmende Konkurrenz zu verteidigen. RIMs Marketingkosten lagen um 22 Prozent über dem Augustquartal. Android-Smartphones (Google) sind im US-Markt mittlerweile die Nummer eins in den Verkäufen vor Apple und Blackberry. Die USA ist mit 34 Prozent am Gesamtumsatz RIMs größter Einzelmarkt.

"Rim bekommt keinen Respekt mehr", fasst Analyst Charlie Wolf von Needham & Co plakativ zusammen. Dabei gibt es auch Positives, wie starkes Wachstum in Asien, speziell in China und in Indien. Daneben, so CEO Balsillie, gibt es immer mehr Prepaid-Kunden. Das ist ein wichtige Gradmesser für den Erfolg im Privatkundenbereich, den Balsillie dringend erobern muss. Die Konkurrenz drängt ihrerseits in das Firmengeschäft.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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