Trotz Krise: Yahoo übertrifft die Erwartungen

Trotz Krise
Yahoo übertrifft die Erwartungen

Welche Krise? Die Quartalszahlen von Internet-Pionier Yahoo lassen nichts davon spüren. Der Umsatz und Überschuss stiegen kräftig an. Die Prognosen der Anleger wurden übertroffen, die Aktie reagierte sofort.

SunnyvaleDer angeschlagene Internet-Pionier Yahoo hat im vergangenen Quartal bessere Geschäfte als erwartet gemacht. Bereinigt um Gebühren, die Yahoo Partnern zahlt, um Nutzer auf seine Websites zu locken, gingen die Erlöse jedoch deutlich zurück. Trotzdem gelang es, den Gewinn unter dem Strich von 76 auf 163 Millionen Dollar zu erhöhen. Die Prognosen der Analysten wurden damit übertroffen. Die Aktie stieg nachbörslich zunächst um 1,3 Prozent. Verglichen mit dem Vorjahreswert legte der Umsatz um 6,5 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar (1,2 Mrd Euro) zu, wie das vor der Übernahme durch den Telekom-Riesen Verizon stehende Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Yahoo war zuletzt tiefer in die Krise geraten, nachdem herauskam, dass bei einem Hackerangriff im Jahr 2014 Daten von mindestens einer halben Milliarde Nutzer gestohlen wurden. Durch den Vorfall könnte Verizon den 4,8 Milliarden Dollar teuren Kaufpreis für die im Juli vereinbarte Übernahme möglicherweise in Frage stellen.

Bei der Vorlage der Quartalszahlen verzichtete Yahoo diesmal mit Verweis auf die bevorstehende Übernahme durch Verizon auf die übliche Telefonkonferenz mit Analysten. In einer Mitteilung versprach Vorstandschefin Marissa Mayer, dass das Unternehmen Verantwortung für den Schutz der Nutzer und die Sicherheit ihrer Daten übernehme. „Wir arbeiten hart daran, das Vertrauen zu behalten.“

Auf die Frage, inwieweit der Cyber-Angriff den Deal mit Verizon erschweren könnte, ging Mayer nicht näher ein. In der Mitteilung hieß es lediglich, man sei sehr beschäftigt damit, den Zusammenschluss vorzubereiten. Verizons Chefjustiziar Craig Silliman hatte jüngst gegenüber US-Medien erklärt, es sei „berechtigt“, anzunehmen, dass der Hackerangriff ein Grund sein könne, die Konditionen der Übernahme zu verändern. Es sei an Yahoo, das Gegenteil zu beweisen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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