Trotz Krisen ein Bombengeschäft
Kleinfeld verteidigt Posten mit guten Zahlen

Schmiergeldskandal und Führungskrise halten Siemens derzeit zwar in Atem, das Geschäft brummt aber ungeachtet dessen. Der Elektronikkonzern hat im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres den Gewinn stärker gesteigert als von Analysten erwartet. Die Zahlen kommen dem Vorstandschef äußerst gelegen.

HB MÜNCHEN. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahrs 2006/07 (30. September) legte der Gewinn unter dem Strich um 36 Prozent auf knapp 1,3 Mrd. Euro zu, teilte Siemens am Dienstagabend in München mit. Das operative Ergebnis der Bereiche stieg zwischen Januar und März um 49 Prozent auf knapp 2 Mrd. Euro. Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zehn Prozent auf 20,6 Mrd. Euro zu. Details über den Geschäftsverlauf in den einzelnen Geschäftssparten legte Siemens noch nicht vor. Allerdings hieß es bereits in den vergangenen Tagen in Branchenkreisen, alle Bereiche hätten die ehrgeizigen Renditevorgaben der Konzernleitung erfüllt.

In den Zahlen ist die Telekommunikationssparte Com nicht mehr enthalten. Siemens betreibt das Geschäft mit Telefonnetzwerken seit Anfang April gemeinsam mit Nokia. Das neue Gemeinschaftsunternehmen fließt in die Bilanz des finnischen Handyherstellers ein. Siemens dagegen führt Com als nicht fortgeführtes Geschäft.

Die Orderbücher des größten industriellen Arbeitgebers in Deutschland sind nach wie vor prall gefüllt. Im abgelaufenen Quartal sei der Auftragseingang gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 9 Prozent auf 23,5 Mrd. Euro geklettert, teilte Siemens immerhin mit. Damit haben die Affären weiterhin kaum einen negativen Einfluss auf das Geschäft von Deutschlands größtem Elektrokonzern.

Die Vorlage der Zahlen kam überraschend, ursprünglich war die Veröffentlichung erst für den Donnerstag angekündigt. Nach Worten eines Konzernsprechers hat dies nichts mit der Personaldebatte um Siemens-Chef Klaus Kleinfeld zu tun und erfolgte ausschließlich aufgrund interner Abwägung rechtlicher Vorschriften. Branchenkenner vermuten darin dennoch den Versuch, die Position Kleinfeld zu stärken. Zuvor hatte es aus dem Umfeld des Aufsichtsrats geheißen, Kapitalvertreter im Aufsichtsrat hätten Vorbehalte gegen eine Verlängerung von Kleinfelds Vertrag.

An der New Yorker Börse konnte das Siemens-Papier am Abend den Verlust aus dem europäischen Handel vom Tag fast wieder wettmachen.

Seite 1:

Kleinfeld verteidigt Posten mit guten Zahlen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%