Trotz verhaltener Werbemarkt-Erwartungen
ProSiebenSat1 erzielt Rekordgewinn

Der größte deutsche TV-Konzern ProSiebenSat.1 rechnet nach dem Rekordgewinn des vergangenen Jahres für 2005 trotz verhaltener Erwartungen für den Werbemarkt mit weiter steigenden Erträgen. „Die Leistungssteigerungen unserer Sender und die stabilen Kosten im laufenden Jahr werden zu einer weiteren Steigerung unseres Umsatzes und unseres Ergebnisses führen“, sagte Vorstandschef Firmenchef Guillaume de Posch am Dienstag in Unterföhring bei München.

HB MÜNCHEN. Zur Entwicklung des TV-Werbemarktes nach drei schwachen Jahren äußerte sich der Konzern vorsichtig. Das Unternehmen erwarte jedenfalls keinen Rückgang des Marktes. Analysten der Hypo-Vereins Bank (HVB) trauen ProSieben für 2005 durchaus einen Gewinnzuwachs um gut ein Fünftel zu. Allerdings sei dies vor allem getrieben durch geringere Zinslasten für Schulden.

Im vergangenen Jahr hat ProSiebenSat.1 den Nettogewinn begünstigt durch deutliche Kostensenkungen, mehr als verdreifacht und 133,6 (2003: 39,4) Millionen Euro verdient. Firmenchef De Posch zeigte sich mit der Entwicklung des Konzerns zufrieden. „Mit diesem Ergebnis ist die ProSiebenSat.1-Gruppe zu den profitabelsten Medienunternehmen in Europa aufgestiegen.“ Aller Sender - Sat.1, ProSieben, Kabel 1 und N24 - schrieben schwarze Zahlen. Allerdings verfehlte der TV-Konzern mit einer Steigerung des operativen Gewinns (Ebitda) um 70  Prozent auf gut 321  Millionen Euro seine Prognose von 330  Millionen Euro wegen schwächerer Umsätze zum Jahresende leicht. Die wesentlichen Geschäftszahlen hatte ProSiebenSat.1 schon im Januar veröffentlicht. Offen blieb zunächst, welche Dividende ProSieben ausschütten will. Für 2003 hatte der Konzern zwei Cent je Vorzugsaktie bezahlt.

Begünstigt wurde das Ertragswachstum des vergangenen Jahres von deutlichen Kostensenkungen unter anderem durch das Auslaufen der teuren Fußball-Bundesliga-Show „ran“ Mitte 2003, was auch 2004 zu geringeren Kosten führte. Im Durchschnitt beschäftigte ProSiebenSat.1 2699 Mitarbeiter, 200 weniger als im Jahr zuvor.

ProSieben sieht noch keinen Umschwung der Konsumstimmung

Der Marktanteil der Sendergruppe bei Zuschauern wuchs nach den Angaben um 0,5  Prozentpunkte auf 29,4  Prozent. Die Sender erzielten damit ihr bestes Ergebnis seit drei Jahren, obwohl Sportereignisse wie die Fußball-Europameisterschaft und die Olympischen Spiele von öffentlich-rechtlichen Sendern übertragen wurden, was die Werbeeinnahmen der Privaten belastete.

Mit Blick auf 2005 teilte ProSiebenSat.1 mit, die Entwicklung des TV-Werbemarktes sei nur schwer vorherzusagen. Wirtschaftsexperten erwarteten zumindest leichte Impulse für die Binnennachfrage. Das Unternehmen selbst habe bislang noch keine Anzeichen, dass sich die Verbraucherstimmung bessere. „Solange die Nachfrage sich schwach zeigt, bleiben wir in unserer Einschätzung für den TV-Markt sehr vorsichtig. Wir erwarten jedoch keinen Rückgang des Marktes“, sagte de Posch. Ziel sei es, die Leistung der Sender weiter zu steigern. Zusammen mit stabilen Kosten solle dies zu einem höheren Gewinn führen.

Analyst Friedrich Schellmoser von der HVB sagte, die Ergebnissteigerung in diesem Jahr dürfte neben der strikten Kontrolle der Kosten vor allem aus einem besseren Finanzergebnis entstehen, da nach der Kapitalerhöhung vor knapp einem Jahr die geringere Verschuldung nun voll wirke. „Aber der ganz große Schub ist weg“, sagte Schellmoser mit Blick auf die erwarteten Ergebniszuwächse. Für den TV-Werbemarkt im Inland erwartet die HVB für dieses Jahr ein Wachstum um etwa ein Prozent. ProSiebenSat.1 sollte die Werbeeinnahmen um etwa 1,3  Prozent erhöhen können und sich dabei etwa parallel zu RTL entwickeln. An der Börse legte die im Nebenwerteindex MDax gelistete ProSieben-Aktie am Vormittag um ein Prozent auf 14,36  Euro zu, während der Gesamtmarkt leicht nachgab.

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