TTTech
Infineon und GE steigen bei Wiener IT-Konzern ein

TTTech bekommt neue Miteigentümer: Infineon und General Electric beteiligen sich an dem österreichischen Technologieunternehmen. Der Deal hat für alle Beteiligten einen hohen strategischen Wert.
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WienDer Halbleiterkonzern Infineon und der Mischkonzern General Electric (GE) beteiligen sich am österreichischen Technologieunternehmen TTTech Computertechnik AG. Der Einstieg bei dem Wiener IT-Unternehmen erfolgt über eine Kapitalerhöhung von 50 Millionen Euro, die auch vom Co-Gesellschafter Audi mitgetragen wird. Der Ingolstädter Autobauer ist mit knapp 32 Prozent an dem Wiener Unternehmen beteiligt. GE investiert acht und Infineon sieben Millionen Euro im Rahmen der Kapitalerhöhung. Vorstand und Mitbegründer Stefan Poledna sagte dem Handelsblatt: „Mit der Kapitalerhöhung wollen wir Schnelligkeit beim internationalen Wachstum aufnehmen.“
Das in zehn Länder aktive Unternehmen TTTech hat sich darauf spezialisiert, elektronische Netzwerke durch Sicherheits- und Echtzeittechnologie robuster zu machen. Solche Netzwerke sind in der Automobil- und Flugzeugindustrie, aber auch im Maschinenbau und bei der Winderzeugung notwendig. Der Spin-Off der Technischen Universität Wien entwickelt Netzwerklösungen, damit Autos alleine fahren können wie es beim neuen Audi A 8 geplant ist. Die Technologie der Österreicher kommt auch im Boeing-Dreamliner für die Steuerung der elektrischen und der Kabinendruckregelung zum Einsatz.
TTTech erzielte im vergangenen Jahr mit 400 Mitarbeitern einen Umsatz von 53 Millionen Euro. Die Gewinnmarge vor Steuern lag zuletzt bei rund zehn Prozent. Das Wachstum des 1998 gestarteten Unternehmens soll fortgeführt beschleunigt werden. „Wir wollen jedes Jahr bei den Erlösen um 30 Prozent wachsen“, sagte Kopetz am Mittwoch in Wien. 2014 wuchs das Unternehmen bereits um 26 Prozent beim Umsatz.

Zur Begründung für den Einstieg der Venture-Tochter von GE sagte Bernie Anger, General Manager bei GE Intelligent Platforms: „Die deterministische Netzwerktechnologie und Sicherheitssteuerungen von TTTech haben das Potenzial, die Anwendungsgebiete des industriellen Internets zu erweitern.“ Auch für Infineon hat die Beteiligung einen hohen strategischen Wert. Jochen Hanebeck, Präsident der Automotive Division von Infineon, sagte: „Die deterministische Netzwerktechnologie und Sicherheitssteuerungen von TTTech haben das Potenzial, die Anwendungsgebiete des industriellen Internets zu erweitern.“ Mit der Kapitalerhöhung will TTTech sein Wachstum bei sicherheitszertifizierten Produkten beschleunigen. Georg Kopetz, Mitbegründer und Vorstandsmitglied bei TTTech, sagte, USA sei ein wichtiges Wachstumsziel. Deshalb sei besondere der Einstieg von GE viel Sinn. „Wir sind gerade dabei das Büro im Silicon Valley aufzubauen und uns dort an einen Start-up im Bereich des Cloud Computing beteiligen“, sagte Kopetz dem Handelsblatt. Bereits seit Jahren arbeitet TTTech mit dem kalifornischen Netzwerkspezialisten Cisco zusammen.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

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