TV-Bericht: Obermann wusste früher von Bespitzelungsaffäre

TV-Bericht
Obermann wusste früher von Bespitzelungsaffäre

Die Deutsche Telekom kommt im Hinblick auf die Bespitzelungsaffäre nicht aus den Schlagzeilen. Ein TV-Magazin berichtet, dass Vorstandschef René Obermann schon sehr viel eher von den Spitzeleien gewusst haben soll als bisher bekannt. Die Telekom weist die Vorwürfe zurück.

HB MAINZ/BONN. Telekomchef René Obermann soll nach Erkenntnissen des ARD-Politmagazins "Report Mainz" wesentlich früher über das Ausmaß der Spitzelaffäre in seinem Haus informiert gewesen sein als bisher bekannt. Das gehe aus vertraulichen Unterlagen über die konzerninterne Aufarbeitung des Skandals hervor, die der Redaktion vorlägen, teilte das Magazin am Montag vor der Ausstrahlung der Sendung am Abend mit.

Der selbst ausspionierte Verdi-Chef Frank Bsirske sagte dem Magazin nach Sichtung der ihm vorgelegten Unterlagen, Obermann habe gelogen, als er am 24. Mai 2008 in der Tagesschau erklärt habe, das Unternehmen sei erst Ende April 2008 mit den Vorwürfen umfänglich konfrontiert worden. "Nach allem was wir wissen, ist der Vorstand seit September 2007 über den Vorgang umfänglich informiert gewesen."

Die Telekom wies den Vorwurf der Lüge in einer Stellungnahme "entschieden" zurück. Die Vorwürfe von "Report" könnten nicht nachvollzogen werden, hieß es. Bis zum April 2008 sei die Telekom von einem Einzelsachverhalt ausgegangen, der ausschließlich einen Journalisten und ein Aufsichtsratsmitglied betroffen habe. Erst mit dem Schreiben der Firma Network Ende April 2008 habe sich der Verdacht ergeben, dass Verbindungsdaten einer wesentlich größeren Anzahl von Personen systematisch ausgewertet worden seien. Der Vorstand habe daraufhin Strafanzeige erstattet.

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