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TV-Geräte: Ruinöser Preiskampf um Marktanteile

Noch werden jedes Jahr mehr Fernsehdisplays verkauft. Doch profitabel ist das Geschäft für die Firmen nicht mehr. Apples Angriff auf den Markt ist jetzt Fluch und Segen zugleich für die etablierten TV-Hersteller.

Fernsehhersteller wie Samsung könnten von Apples Eintritt in den TV-Markt profitieren. Quelle: dpa
Fernsehhersteller wie Samsung könnten von Apples Eintritt in den TV-Markt profitieren. Quelle: dpa

FrankfurtEgal, was der Trendsetter Apple anfasst – es ist von Erfolg gekrönt. Nach den Verkaufsschlagern iPod, iPhone und iPad will der US-Konzern nun das iTV auf den Markt bringen, den eigenen Fernseher. Und das, obwohl das Geschäft mit TV-Geräten für viele Anbieter heute vor allem ein Verlustgeschäft ist.

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An den Stückzahlen gemessen wächst das Fernsehgeschäft zwar noch. So schätzen die Marktforscher von Display Search, dass die TV-Hersteller im zu Ende gehenden Jahr weltweit 206 Millionen Geräte mit modernen Flüssigkristallbildschirmen ausgeliefert haben, sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Doch bei vielen Anbietern hält die Umsatzentwicklung nicht mit dem Volumenwachstum Schritt.

Grund ist der harte Preiswettbewerb, den vor allem Hersteller aus Südkorea, Taiwan und China seit Jahren betreiben. Mit Niedrigpreisen haben sich Anbieter wie Samsung und LG Marktanteile erkämpft. Die Folge ist, dass die meisten Hersteller – darunter auch Sony und Panasonic aus Japan und Philips aus den Niederlanden – seit Jahren rote Zahlen schreiben. Doch selbst die Unternehmen, die den Preiskampf angezettelt haben, arbeiten nicht mehr profitabel.

Die Industrie organisiert das Geschäft deshalb um: Philips lagert seine TV-Sparte Anfang 2012 in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem chinesischen Partner TPV Technology aus, Sony zieht sich aus dem LCD-Joint-Venture mit Samsung zurück, und Sharp schränkt die Fertigung von Flachbildschirmen ein. „Da sich der Wettbewerb extrem verschärft hat und sich die technologische Entwicklung im Bereich der mittelformatigen Displays verlangsamt, haben wir uns entschlossen, die mittelgroßen Bildschirme von Partnern zuliefern zu lassen“, sagte Sharp-Manager Herman Karabetyan vor kurzem dem Handelsblatt.

Dass das Display-Geschäft hart ist, zeigt sich auch an dem Versuch der Branche, sich mit Preisabsprachen zu helfen. Die US-Justiz hat mit den Kartellsündern, zu denen auch Samsung und Sharp gehörten, erst in dieser Woche eine Wiedergutmachung in Höhe von mehr als einer halben Milliarde Dollar plus Strafe vereinbart.

Während die Fernsehgerätebranche weltweit noch um ihre Zukunft kämpft, ist von der Industrie in Deutschland kaum mehr etwas übrig. Von einst hochgeschätzten Marken wie Grundig, Nordmende, Telefunken oder Saba sind heute allenfalls noch leere Markenhüllen übrig, sofern die Unternehmen nicht komplett vom Markt verschwunden sind. Nur wenige Anbieter wie Loewe und Metz überleben in ihren Nischen. Trotz der Herausforderungen wollen viele Hersteller das Fernsehgeschäft aber nicht aufgeben. Sie hoffen, Kunden mit neuen technische Finessen wie Dreidimensionalität, Internetzugang und Video-on-Demand zu ködern.

Der Angriff von Apple auf dem Fernsehmarkt ist für die Konkurrenten daher Fluch und Segen zugleich. Fluch, weil Apple mit jedem Produktlaunch die Wettbewerber weiter in die Ecke drängt. Segen, weil der US-Konzern sich als großer Innovator erwiesen hat, der auch dem TV-Markt wieder Schwung verleihen könnte. Und nicht zuletzt profitieren die Wettbewerber auch als Zulieferer für das iTV. So soll Samsung angeblich die Chips liefern, Sharp die Displays.

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