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TV-Geschäft: Time Warner will Endemol

Der amerikanische Medienriese Time Warner will sein TV-Geschäft internationalisieren. Mit dem Produzenten von „Big Brother“ fände er eine ideale Ergänzung. Für Time Warner wäre Endemol der erste Schritt zur Expansion.

Günther Jauch moderiert die RTL-Show "Wer wird Millionär?". Quelle: dpa
Günther Jauch moderiert die RTL-Show "Wer wird Millionär?". Quelle: dpa

DüsseldorfDer US-Medienkonzern Time Warner bietet eine Milliarde Euro für den hochverschuldeten niederländischen Fernsehproduzenten Endemol. Ein entsprechendes unaufgefordertes Angebot ist bei den Eignern von Endemol, dem italienischen Medienkonzern Mediaset, der Investmentbank Goldman Sachs und der Investmenttochter Cyrte des TV-Unternehmers John de Mol eingegangen. Das bestätigte das Unternehmen. Endemol ist weltweit mit Fernsehformaten wie „Big Brother“ und in Deutschland zudem mit „Wer wird Millionär?“ berühmt geworden.

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Mit dem TV-Produzenten Endemol will sich Time Warner insbesondere in Europa verstärken. Dem Konzern gehört das Hollywood-Studio Warner Bros., das Kinohits wie „Der Herr der Ringe“ oder „Harry Potter“ produzierte. Warner Bros. gilt neben Disney als die Nummer eins in Hollywood.

Das Angebot ist für Time Warner ein neuer Schritt in Richtung Expansion. Konzernchef Jeff Bewkes ist seit seinem Amtsantritt Anfang 2008 sehr vorsichtig bei milliardenschweren Zukäufen. Dennoch hatten Branchenkreise eine Offerte für Endemol erwartet. „Time Warner hielt schon seit langem Ausschau nach einem geeigneten Übernahmeprojekt“, hieß es gestern in Finanzkreisen. „Doch neben Fremantle, das nicht zum Verkauf steht, gibt es in dieser Kategorie nur Endemol.“

Endemol hat jedoch ein Problem: Der im niederländischen Hilversum ansässige TV-Produzent ist hochverschuldet. Mediaset, Goldman Sachs und Cyrte hatten vor vier Jahren auf dem Höhepunkt des Private-Equity-Booms die Endemol-Übernahme größtenteils mit Krediten finanziert. Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf 2,8 Milliarden Euro. Der Konzern erwartet für dieses Jahr einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 140 Millionen Euro. Nach Branchenschätzungen hat Endemol derzeit noch einen Wert von 800 bis 1,2 Milliarden Euro. Vor vier Jahren lag der Unternehmenswert noch bei 3,1 Milliarden Euro.

Endemol versucht seit Monaten, einen Ausweg aus der Überschuldung zu finden. Unter den Kreditgebern sind Barclays und die Royal Bank of Scotland. Im Management führten die Turbulenzen zu Verwerfungen. Im Juni trat Endemol-Chef Ynon Kreiz zurück. Seine Aufgabe übernahmen vorübergehend Marco Bassetti und der Finanzvorstand Just Spee.

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