TV-Hersteller
Loewe plant Produktionsverlagerung nach Asien

Der Chef des Fernsehherstellers Loewe will die Produktion nahezu vollständig an ein asiatisches Unternehmen übergeben. Am Standort in Franken will er sich auf die Kernkompetenzen der Firma konzentrieren.
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HamburgDer Vorstandsvorsitzende des angeschlagenen fränkischen Fernsehherstellers Loewe, Matthias Harsch, will die Produktion nahezu komplett von einem asiatischen Unternehmen übernehmen lassen. „Wir sind kein Gerätehersteller mehr, das versuche ich der Firma auch auszureden“, sagte Harsch dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. In Kronach müsse sich Loewe auf die Kernkompetenzen wie Bediener-Software und Design beschränken. Dabei brachte der Loewe-Chef einen weiteren Jobabbau ins Gespräch. Er könne nicht ausschließen, „dass weitere Rationalisierungsmaßnahmen eingeleitet werden müssen“.

Loewe musste nach hohen Verlusten in der vergangenen Woche Gläubigerschutz beantragen und leitete ein sogenanntes Schutzschirmverfahren ein. Dabei kann das Unternehmen versuchen, sich unter gerichtlichem Schutz zu sanieren und wird weiter von seinem Management geführt. Harsch sei „optimistisch“, für die Produktion der Hardware bald einen asiatischen Partner, vermutlich aus China, präsentieren zu können. Die Zeit dränge jedoch: „Es muss allerdings innerhalb der kommenden drei Monate passieren.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Überteuerte Möchtegern-Luxusdesign Fernseher aus chinesischer Billigproduktion? Den Shareholder-Value Freak wird es freuen, den Kunden wird es wundern. Vielleicht kann das alte Geschäftsmodell mit neuen Fertigungskosten noch ein paar Quartale überleben.

    Dauerhaft aber muss gefragt werden, welche Existenzberechtigung ein Hersteller von Fernsehern in einem webbasierten 24/7 Medienkonsumzeitalter hat. Diese Antwort bleibt das Loewe-Management schuldig, wohl weil ihm - wie allen seinen Vorgänger auch - die Visionen und das Verständnis für Medienkonsum fehlen. Vor 20 Jahren, wäre das dem HANDELSBLATT noch aufgefallen und es wäre darüber geschrieben worden!

    In 10 Jahren wird wohl auch Loewe in die "AEG-Telefunken-Liga" abgestiegen sein und neben dem Vorstand dann nur noch ein paar externe Juristen und Buchhalter beschäftigen. #fail

  • Immer dieses Argument mit dem Verschalfen des Falchbildschirms. Das ist schlicht falsch. Loewe hat an diesem Boom sehr gut mit vedient. 1998 kam der erste Flachbildschirm auf dem Markt.
    Probleme liegen ganz woanders. Durch ruinösen Preiskampf, vornehmlich durch asiatischen Anbietern geführt, wird dem Konsumenten das Bild vermittelt, billig ist cool. Es wird doch gar nicht mehr der wahre Wert eines TV gesehen.
    Hier müsste mal hinterfragt werden, was eigentlich genau hinter so einem Produkt steckt. Aktuell macht doch kein TV Hersteller Gewinn. Die Großen haben halt die Möglichkeit, die Verluste durch andere Konzernbereiche auszugleichen.

  • @OldFox

    Ein Walkman ist doch keine Schlüsseltechnologie.

    Die Politik kann keine Branchen retten, wenn diese Branchen Trends verschlafen. Der Staat ist kein Unternehmer.

    Falls es Ihnen ein Trost ist: das MP3 Format wurde in Deutschland entwickelt und beschert den Schöpfern eine Einnahmequelle.

    Ebenso fast jedes TV, jedes Smartphone, jeder PC oder Tablet PC hat Komponenten aus Deutschland verbaut.
    z.B. die Flüssigkristalle von Merck, ohne die keines dieser Geräte funktionieren würde.

    Apples IPhone hat Höhrmembrane aus Deutschland verbaut.

    Was soll man sich in die erbarmungslose Schlacht der Unterhaltungselektronikhersteller mit allseits bekannten Namen einmischen, wenn man über die Technologie und Patente verfügt, um all diese Giganten beliefern zu können und diese letztlich auch von uns abhängig sind.

    Deutschland spielt schon ganz vorne mit, nur sind deutsche Firmen den Endverbrauchern wenig bis nicht bekannt, weil sie keine Endverbraucher beliefern.

    Die Zeiten, als man auf ein Blaupunkt Radio noch stolz sein konnte, sind dagegen längst vorbei.

    Kennen Sie noch die Firma Grundig?

    Ich meine Grundig, als es noch Grundig war? In jedem deutschen Haushalt stand ein Gerät aus dem Hause Max Grundig.

    Solide, deutsche Wertarbeit.

    Nur liefen schon damals die Grundig Fernseher mit Bildröhren von Philips, als Globalisierung noch keine Mode war. Aufgeregt hat sich da auch keiner.

    Und keine Sorge, irgendwann ist es auch nicht mehr 'cool', weiße Ohrstecker zu tragen. Spätestens dann, wenn jeder Fuzzi damit rumläuft, ist es wieder cool, wieder etwas völlig Neues zu machen. Und das geht heutzutage sehr, sehr schnell. ;-)

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