TV-Hersteller
Loewe will preiswerter werden

TV-Hersteller Loewe gibt im Kampf gegen die Pleite seine Premiumstrategie auf: Die Geräte-Preise sollen deutlich günstiger werden. Schnelle Hilfe ist besonders von Nöten. Bis Oktober muss ein Investor gefunden werden.
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HamburgZur Abwendung der Pleite will der Fernsehgerätehersteller Loewe deutlich preiswerter werden: "Unsere TV-Geräte sind 100 bis 300 Prozent teurer als der durchschnittliche Marktpreis. Dieser Abstand soll auf 20 bis 30 Prozent sinken", sagte ein Sprecher dem Wirtschaftsmagazin "Impulse" laut Vorabmeldung vom Montag.

Nach einem Umsatzrückgang von 39 Prozent im ersten Halbjahr drohte dem Unternehmen mit rund 800 Mitarbeitern das Geld auszugehen. Mitte Juli beantragte der erst seit Januar amtierende Loewe-Chef Matthias Harsch das Schutzschirmverfahren, um drei Monate lang vor den Gläubigern geschützt zu sein. Bis Mitte Oktober muss Harsch einen Investor finden.

Auf der technischen Seite hat Harsch schon einen Partner gefunden: Der chinesische TV-Produzent Hisense will sich zwar nicht an Loewe beteiligen, liefert aber moderne TV-Panels und erhält im Gegenzug Vertriebsunterstützung von den Franken in Westeuropa.

Die 1923 in Berlin gegründete Traditionsfirma ist eines der letzten vergleichbaren Unternehmen in Deutschland. Seine im Marktvergleich hochwertigen Fernseher konnte Loewe in den vergangenen Jahren angesichts eines immensen Preisverfalls aber immer schlechter verkaufen. Der Umsatz sank binnen fünf Jahren von 374 auf 250 Millionen Euro.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " TV-Hersteller: Loewe will preiswerter werden"

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  • Da lob ich mir Metz. Die Marke ist zwar etwas zurückhaltend aber von der Qualität TOP. Die letzten Testberichte haben es wieder bewiesen. Schade um Loewe...aber Umsatz um jeden Preis - Ist das richtig? Ist die Philosphie eines Gerätes mal dahin, dann kann man nur noch die Hardware kaufen und die gibts ja bekanntlich woanders günstiger.

  • Ich denke auch, dass Loewe hier einen Fehler macht, wenn das Heil im Preiskampf mit den anderen gesucht wird.
    Hier wird das Markenimage aufs Spiel gesetzt.
    Man sollte sich da bei Loewe schon auf das Premiumsegemnt konzentrieren. Da fährt man sicher besser mit, wenn man die Problemfelder "fehlendes odr schlechtes Marketing" und Vertriebsstruktur angeht.

    Zum Thema kurze Innovationszyklen. Was kommt denn hier so bahnbrechendes, dass der Konsument sich alle halbe Jahr einen neuen TV kaufen muss?
    Diese Innovationen weren von den Großen der Branche doch nur werbewirksam in Szene gesetzt um den Konsumenten zu ködern. Aber wirklich große Entwicklungsschritte, die einen Neukauf rechfertigen, fehlen doch.
    Da gebe ich lieber etwas mehr Geld für einen Loewe aus.
    Da stimmt die technische Ausstattung, besonders im Bedienkomfort und Sound. Aber auch von Design her bietet Loewe einfach mehr individuellen Gestalltungsraum. Ein Loewe ist halt ein Einrichtungsgegenstand und kein Einheisbrei, wie er vornehmlich von der asiatischen Konkurrenz geboten wird.

  • Der Überlebenskampf von Loewe ist mit dieser Erkenntnis und Ansage schon verloren, bevor er begonnen hat. Loewe hat es in den vergangenen Jahren nicht bewerkstelligt, seine "gefühlte" Differenzierungsstrategie (sofern überhaupt vorhanden) erfolgreich im Markt umzusetzen. Sehr schnell haben Massenproduzenten die wenigen Loewe-Differenzierungsmerkale aufgegriffen und umgesetzt - jedoch zu Marktpreisen, die Loewe mit seiner verfehlten Produktionsstrategie nie hätte anbieten können. Der heutige Zustand war vor Jahren abzusehen.

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