TV-Konzern
Private wollen Werbeverbot für ARD und ZDF

Der neue Beirat der Sendergruppe ProSiebenSat.1 will ein Werbeverbot für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk durchsetzen. Konzernchef Thomas Ebeling beklagt seit langem eine Wettbewerbsverzerrung.
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MünchenDer TV-Konzern ProSiebenSat.1 macht sich für ein Werbeverbot im öffentlich-rechtlichen Rundfunk stark. Der neue Beirat der Sendergruppe unter Vorsitz von Bayerns Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) hat in seiner ersten Sitzung Eckpunkte für seine künftige Arbeit beschlossen und setzt sich unter anderem für eine Aufgabentrennung zwischen privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern wie ARD und ZDF ein, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte.

„Werbung und Sponsoring dürfen nur dem privaten Rundfunk erlaubt sein“, heißt es in der ersten Erklärung des Gremiums, das das Unternehmen in gesellschafts- und medienpolitischen Fragen beraten soll. Neben Stoiber gehören dem neuen Beirat unter anderem der Fernsehjournalist und der Umweltpolitiker Klaus Töpfer (CDU) an. Konzernchef Thomas Ebeling hat immer wieder scharfe Kritik an der Politik von ARD und ZDF geübt und eine Wettbewerbsverzerrung beklagt.

Auf Anregung des Beirats will sich der Konzern in den kommenden drei Jahren auch der Entwicklung von Sendungen widmen, die Jugendlichen politische und wirtschaftliche Themen näher bringen sollen. Der Vorstand habe ein entsprechendes Pilotprojekt beschlossen. Dabei sollen gemeinsam mit einer Journalistenschule und einem Online-Medium Formate für mögliche Angebote entwickelt werden. Zunächst stellt der Konzern dafür 500.000 Euro zur Verfügung.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Übrigens - man kann diese Entwicklung ja als Beispiel für die ungesunde Entwicklung des Wirtschaftens hier und an anderen Orten (USA voran)sehen. Ab Mitte der 80ger war das inzwischen obsolete Privatfernseh samt seiner Technikinstallation möglicherweise mal Wachstumsmotor. Hat sich erledigt! Pay-Tv ist schon seit Leo Kirchs Versuche mit Premiere keine Lösung. Was bei rauskommt ist ebenso amateurhaft - mit wenigen Ausnahmen - wie beim reklamefinanzierten Dilettanten-Zirkus. Und: absolute Flachmaten verdienen am meisten Geld wie.... in der Umgebung dieses Mediums auch, wärend die Masse der Praktikanten und Studenten Teilzeitkräfte und B-Ladenbesitzer von der Hand in den Mund zu leben haben...
    Barbarei... Übrigens, dass der Deutsche Bürger nicht nett und lieb zu sein hat, haben nach Stefan Raab und Konsorten inzwischen alle kapiert. Diese Projekte könnten inzwischen auch eingemottet werden, nicht, weil die ausgesorgt hätten, sondern das sieht inzwischen aus wie die beste Illustration zur ewigen Wiederkehr des Gleichen. Funktion übererfüllt. Bundesverdienstkreuz, Bambi fürs Lebenswerk und fertig...
    H.

  • Die berufen sich immer auf Angebot und Nachfrage, auf das Zappen, was nichts taugt, rechnet sich nicht, wird weggeschaltet. Bestrickend gerecht, scheinbar... Was bei rauskommt, sieht man ja jetzt.... Evolution nach ganz unten. Qualität setzt sich durch? Das kann doch nur der verblendedste Konfirmand glauben. Effektivitätssteigerung, vorbildliche... Abwärts... Nein, wegschalten reicht da nicht mehr. Die müssen bekämpft werden.

    Hajü

    Hajü

  • Vielleicht sollte man es doch machen! Wird dann jeder Spielfilm, der vorher hunderttausendmal angekündigt wurde - Blockbuster, bester Spielfilm aller Zeiten... nicht fünf mal, sondern 10 mal durch Werbung unterbrochen? Vielleicht ist dann endlich die Reizschwelle überschritten, dass die Menschen sich das massenhaft nicht mehr antun... diesen Dilttantenschrott des Amateurfernseh.
    Hajü

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