TV-Konzerne
RTL überragt Pro Sieben

Beide großen deutschen TV-Gruppen haben ihre Quartalszahlen vorgelegt. Und deutlicher hätte diese kaum belegen können, wie es derzeit um die beiden Häuser steht: Während RTL dem schwachen Werbemarkt trotzt und seinen Gewinn steigert, muss Pro Sieben Sat.1 einen herben Verlust hinnehmen. Und das macht auch RTL erheblich Sorgen.

HB DÜSSELDORF. Europas größter TV-Konzern RTL Group hat trotz des angespannten Werbeumfelds Umsatz und operativen Gewinn in den ersten neun Monaten geringfügig gesteigert. Für das Gesamtjahr bleibt RTL aber zurückhaltend, weil unklar sei, wie sich der Markt entwickelt. Der Konzern sei "vorsichtig optimistisch", seine Ziele zu erreichen. Diese sehen eine Steigerung des operativen Gewinns vor.

In den ersten neun Monaten stieg der Umsatz um 0,3 Prozent auf 4,05 Mrd. Euro, teilte die erlösstärkste Tochter des Gütersloher Medienkonzerns Bertelsmann am Donnerstag in Luxemburg mit. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebita) kletterte um 1,6 Prozent auf 577 Mio. Euro. Dabei konnten die deutsche RTL-Senderfamilie und die Produktionsfirma FremantleMedia Ergebnisbelastungen etwa durch die Abkühlung in anderen Werbemärkten auffangen.

RTL erzielt einen Großteil der Einnahmen mit Fernsehwerbung. Anders als Konkurrent ProSiebenSat.1 setzt RTL verstärkt auf Eigenproduktionen, auch in den USA.

Dagegen verbuchte der große Konkurrent Pro Sieben Sat.1 vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen einen Verlust von 103 Mio. Euro. Analysten hatten mit einem niedrieren Verlust gerechnet. An der Börse kamen die Zahlen alles andere als gut an. Das Unternehmen kassierte seine Gewinnprognose für 2008 und stellt sich auch für 2009.

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