TV-Lizenzen
Telekom schielt auf Bundesliga-Rechte von Sky

Die Deutsche Telekom prüft den Erwerb von Übertragungsrechten für die Fußball-Bundesliga über Satellit. Ein solcher Schritt ist eine Kampfansage an den Pay-TV-Sender Sky, der die Rechte bislang hält.
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FrankfurtDie Deutsche Telekom will dem Bezahlsender Sky einen Teil seiner wichtigen Bundesliga-Rechte abluchsen. Die heißbegehrten Fernsehlizenzen an Deutschlands Topliga werden 2012 wieder versteigert. Die Telekom werde prüfen, die Rechte für die Übertragung der Fußball-Bundesliga über Satelliten zu erwerben, sagte Telekom-Deutschland-Vorstand Niek Jan van Damme der „Financial Times Deutschland“ (Mittwochausgabe).

Jeden Preis wolle er jedoch nicht zahlen. Das Ganze müsse sich rechnen, schränkte er ein. Bislang können die 115.000 Kunden, die das Telekom-Fernsehen über Satellit erhalten, keine Bundesliga-Live-Spiele sehen - die Telekom hat die Lizenzen dafür nicht.

Das ist eine Kampfansage an den Bezahlsender Sky, der die PayTV-Rechte bislang hält und dafür pro Saison eine Viertelmilliarde Euro an den Ligaverband DFL überweist. Der vormals als Premiere bekannte Konzern zählt rund 2,9 Millionen Abonnenten, viele nur wegen der Bundesliga-Live-Spiele.

Jeder zweite Kunde empfängt die Sky-Programme über Satellit. Börsianer reagierten verunsichert: Die im Nebenwerteindex MDax gelisteten Sky-Anteilsscheine fielen um zwei Prozent. Vor einer Woche hatte der Ligaverband DFL angekündigt, bald die Fernsehrechte für drei Spielzeiten ab 2013/14 versteigern zu wollen.

Bei der Telekom hat das eigene TV-Angebot angesichts stetig sinkender Umsätze im klassischen Telefongeschäft höchste Priorität. Eigentlich dient das TV-Angebot der Bonner namens „Entertain“ vor allem dazu, die Bundesbürger von den Vorteilen superschneller Internet-Anschlüsse zu überzeugen. Insbesondere Fernsehsendungen in hoher Bildqualität (HD) benötigen flinke Daten-Übertragungen. Ihr Datennetz hat die Telekom deshalb in den vergangenen Jahren für viel Geld auf den VDSL-Standard aufgerüstet, das bis zu 50 Mbit/s schnell ist - gebaut wurde vor allem in Ballungszentren.

Fernsehfans auf dem platten Land schauten allerdings in die Röhre - die Internet-Verbindungen dort sind schlicht zu langsam. Seit Herbst ist Entertain deshalb auch über Satellit zu empfangen. Der Kniff des neuen Satelliten-Angebots: Die TV-Bilder kommen vom Himmel - für die restlichen Daten wie etwa elektronische Programmführer, die Online abgerufen werden müssen, reicht auch ein langsamer Internet-Anschluss. Der Kundenansturm hält sich allerdings in Grenzen. Ende September hatte die Telekom knapp 1,4 Millionen zahlende Entertain-Zuschauer. Davon haben lediglich 150.000 „Liga total“, das Bundesliga-Paket der Telekom, zusätzlich abonniert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " TV-Lizenzen: Telekom schielt auf Bundesliga-Rechte von Sky"

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  • Das Telekom-Management sollte mal lieber auf interne Betriebsabläufe und Kundenservice "schielen", dann gäbe es auch Kundenzufriedenheit und nachhaltiges Wachstum im Kerngeschäft. Unglaublich, was für hochbezahlte unfähige Manager sich an der Spitze von Großunternehmen tummeln ...

  • Wie kann es sein daß,Sky für gewerbliche Kunden den Preis auf fast 100% erhöht.
    Die kleine Kneipe hat schon genug Probleme jetzt kommt ein Monopolist der Sie ganz tötet.
    Es ist schon ein Schande was mit kleinen Leuten alles passiert.

    Siegfried Schulz

  • Liebes HB, Verweise auf andere zum Thema passende Artikel sind ja gut und schön. Aber müssen es immer wieder die ganz alten sein? 28.12.2011...???

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