TV-Messe in Cannes
Die Fernsehbranche kommt wieder in Feierlaune

In Cannes trifft sich der derzeit die gesamte TV-Branche. Und auf Europas größter Fernseh-Messe kehrt die Zuversicht spürbar zurück. Im Programm sind nach der Krise derzeit keine Experimente gefragt. Und statt großer Katastrophenfilme hat im Aufschwung eher leichte Kost Konjunktur.
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CANNES. Die Feierlaune ist wieder nach Cannes zurückgekehrt. Denn auf Europas größter Fernsehmesse Mipcom laufen die Geschäfte fast wie vor der Wirtschaftskrise. "Die Niedergeschlagenheit vieler Fernsehmanager, die im vergangenen Jahr zu spüren gewesen ist, ist nun passé", sagt Katja Hofem-Best, Managerin bei Deutschlands größtem Fernsehkonzern Pro Sieben Sat 1, dem Handelsblatt. .

Auch beim Konkurrenten RTL überwiegt der Optimismus. "Wir gehen schon etwas entspannter in Verhandlungen als noch vor einem Jahr", sagt Claude Schmit, Chef des Senders Super RTL. Gleichsam symbolisch für den neuen Optimismus glänzt auch das betagte Festivalgebäude von Cannes in neuem Anstrich. Selbst die Zahl der Cocktailparties hat wieder das Niveau wie vor der Krise erreicht

Die wachsende Zuversicht in der Fernsehbranche hat einen Grund: die Werbekonjunktur zieht wieder an. Die meisten Marktteilnehmer erwarten ein Plus bei den Netteo-Werbeeinnahmen. "Ich gehe von einem kleinen, moderaten Wachstum aus", sagt Schmit. Pro Sieben Sat 1-Chef Eberling rechnet für das gesamte Jahr sogar mit einem Werbeplus von gut vier Prozent.

Schon jetzt steht den Kanälen wieder mehr Geld zur Verfügung, in Cannes neue Programme einzukaufen. "Die Krise ist abgehakt. Wir kehren wieder zur Normalität zurück", resümiert Patrick Elmendorff, Chef der Filmfirma Studio 100, die auf der Messe Kinderfilme wie "Biene Maja" und "Wickie", verkauft.

Die Sender sind auf der am Sonntag gestarteten Filmmesse in Cannes auf der Suche nach Programmen, die einigermaßen sichere Zuschauerquoten liefern. "Experimente mag in diesen Zeiten niemand", sagt ein deutscher Einkaufsmanager. Tatsächlich ist der inhaltliche Wagemut der Sender gering ausgeprägt. Denn sowohl RTL als auch Pro Sieben Sat 1 stehen unter Druck. RTL muss beim Mutterkonzern Bertelsmann möglichst viel Gewinn abliefern, um den Milliarden schweren Schuldenberg in Gütersloh abzubauen. Pro Sieben Sat 1 hat ein ähnliches Programm. Der Münchener Konzern schiebt einen Schuldenberg von 3,3 Mrd. Euro vor sich her.

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