TV-Rechte im Fußball
Sender müssen am Ball bleiben

König Fußball ist begehrter denn je. Fernsehsender, Pay-TV-Konzerne und Mobilfunkunternehmen brauchen europaweit die Übertragungsrechte der Spiele, um Zuschauer und Abonnenten bei der Stange zu halten. Die Profiteure sind die Ligen. Denn die Nachfrage treibt den Preis für die Fußball-Fernsehrechte immer weiter in die Höhe.

PARIS/BERLIN. Jüngstes Beispiel ist Frankreich. Dort lieferten sich France Télécom und Vivendis Fernsehtochter Canal Plus einen ersten Schlagabtausch um die Fußball-Rechte: France Télécom entriss dabei dem Pay-TV-Sender die Exklusivität der Live-Übertragungen. Von den zwölf Teilausschreibungen gewann der Telekom-Konzern auf Anhieb drei. France Télécom darf von 2008 bis 2012 die 38 Samstags-Begegnungen pro Saison live zeigen. Darüber hinaus sicherte sich der Konzern die Rechte an Fußball-Bildern für den Mobilfunk sowie die Magazin-Rechte für Video on Demand. Gesamtpreis: 203 Mill. Euro pro Saison.

Lachender Dritter ist die Französische Profiliga (LFP) und deren Vereine: Durch eine feinere Aufteilung der Rechte-Pakete sowie der neuen Konkurrenz zwischen Telekom und Medien-Spielern steigern die Klubs ihre Einnahmen aus dem Rechteverkauf. In den Saisons 2004 bis 2007 lag der Preis pro Spielzeit bei 653 Mill. Euro, nun fließen 668 Mill. Euro an die Vereine.



An der Börse stiegen dennoch so-wohl die Aktien von France Télécom als auch von Vivendi. Denn Canal Plus behält die wichtigsten Rechte-Pakete wie etwa die Top-10-Begegnungen und zahlt insgesamt 140 Mill. Euro weniger pro Saison; nach eigenen Angaben gibt der Sender 465 Mill. Euro für die Fußballrechte aus.



Analysten bezeichneten den von France Télécom bezahlten Preis als angemessen. "Die Fußballrechte werden es dem Unternehmen erlauben, seine positive Dynamik im heimischen Geschäft beizubehalten", urteilten die Analysten des Brokers CM-CIC Securities. In Frankreich sind die Kombiangebote aus Fernsehen, Internet und Telefonie- in der Branche Triple Play genannt - weit verbreitet. Um sein Angebot attraktiver zu machen, setzt France Télécom nun auf die Fußball-Rechte.

Die französische Fußball-Liga hat mit ihrer erfolgreichen Versteigerung der TV-Rechte auch eine Art Vorbildcharakter für die deutsche Fußball-Liga (DFL). Noch im Frühjahr werden die Bundesliga-Rechte ab der Spielzeit 2009 versteigert. In der Bundesrepublik nehmen die Profiklubs derzeit 420 Mill. Euro pro Saison ein. Das ist nach Auffassung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) viel zu wenig. Deshalb haben sich die Vereine überraschend mit dem Medienunternehmer Leo Kirch und seinem Stellvertreter Dieter Hahn wieder eingelassen. Das Tandem hatte im April 2002 mit dem Zusammenbruch der Kirch-Gruppe die größte Unternehmenspleite der Nachkriegsgeschichte hingelegt. Auch der deutsche Fußball, der damals von Kirch finanziert wurde, litt unter der Insolvenz. Vereine fürchteten, die Millionen-Gehälter ihre teuer eingekauften Spieler nicht mehr bezahlen zu können.

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