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14.03.2007 
Exklusive Werbeverträge zum Start der Playstation 3

TV-Riesen schlagen im Web zurück

von Axel Postinett

Die massive Expansion ins Onlinesegment scheint sich für die Münchener Pro-Sieben-Sat-1-Gruppe auszuzahlen. Erstmals hat die Sendergruppe die Produkteinführung eines Markenherstellers exklusiv für ihre Fernseh- und New-Media-Plattformen akquiriert.

Die Playstation 3-Kampagne wird auf den TV-Sendern Pro Sieben, Sat 1, Kabel Eins und N24 gezeigt.  Foto: ap.Lupe

Die Playstation 3-Kampagne wird auf den TV-Sendern Pro Sieben, Sat 1, Kabel Eins und N24 gezeigt. Foto: ap.

DÜSSELDORF. Bei dem Auftrag handelt es sich um die Kampagne von Sony zum Start der neuen Spielekonsole Playstation 3 (PS3) in Deutschland. TV-Marktführer RTL, aber auch Onlinevermarkter wie United Internet oder Yahoo gehen damit leer aus. Sony bestätigte dem Handelsblatt die Entscheidung.

Sie unterstreicht eine aktuelle Entwicklung im Werbemarkt: Um Aufträge an Land zu ziehen, werden Erfolge im Onlinegeschäft für Fernsehsender immer wichtiger – Internet und TV werden bei Kampagnen vernetzt. Im Gegenzug machen Internetfirmen erste Schritte in den TV-Werbemarkt. Google kündigte jüngst an, mit neuen Systemen zielgerichtete Werbung ins Fernsehen bringen zu wollen.

„Das Gesamtpaket war am Ende einen Tick interessanter als das von RTL“, sagt Patrick Ihlefeld von der Sony-Agentur Mindshare. Die Kampagne wird auf den TV-Sendern Pro Sieben, Sat 1, Kabel Eins und N24 gezeigt. Peter Christmann, Marketingvorstand der TV-Gruppe: „Üblicherweise werden Launchkampagnen auf beiden großen Senderfamilien gefahren. Um so erfreulicher, dass wir alleine zum Zuge kamen.“

Neben der Präsenz auf den TV-Kanälen und deren Webseiten gibt es Werbung auf Onlineauftritten wie TVtotal.de. Zudem wirbt Sony auf Plattformen wie der Video-Website Myvideo.de und dem Freundschaftsnetz Lokalisten.de. An beiden Gesellschaften hält Pro Sieben Sat 1 Beteiligungen. Werbung für die PS3 wird es auch im Instant Messengerdienst der Sendergruppe geben. Außerhalb der Konzernplattform werde es online nur „unbedeutende Abrundungen“ geben, heißt es weiter. Darunter spezialisierte Webseiten für Videospieler sowie „einzelne Schaltungen“ auf dem Jugendsender MTV. Zusammen gebe das „keine zehn Prozent des Etats“.

Sven Massanneck, Geschäftsleiter der Agentur Publicis in München hält es für „mutig“, dass sich Sony nur für eine Onlineplattform entschieden hat. Angesichts der Bedeutung der PS3 für den Konzern hätte er eine breitere Streuung der Onlinekampagne befürwortet. Das hätten sich auch Firmen wie United Internet Media sicher gewünscht. Die Tochter des Webkonzerns 1&1 ist Vermarkter der konzerneigenen Webseiten und mit 17 Mill. Besuchern auf seinen Seiten pro Monat die Nummer eins im deutschen Onlinegeschäft.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die Zeit für die TV-Anbieter drängt

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