TV-Sender
KKR und Permira verabschieden sich von ProSieben Sat.1

Die Finanzinvestoren KKR und Permira haben ProSieben Sat.1 vor gut sechs Jahren übernommen. Jetzt beginnt der Ausstieg der Eigentümer. Für das Unternehmen bedeutet das eine größere Eigenständigkeit.
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MünchenProSieben Sat.1 wird sechs Jahre nach dem Einstieg von KKR und Permira nicht länger mehrheitlich von den beiden Finanzinvestoren kontrolliert. Die Hauptversammlung des TV-Konzerns stimmte am Dienstag im München erwartungsgemäß einer Veränderung der Aktienstruktur zu und macht damit den Weg für den lange erwarteten Ausstieg von KKR und Permira frei.

Damit können sich die beiden jetzt von ihren verbleibenden Anteilen über die Börse trennen. Für das Unternehmen bedeutet es eine größere Eigenständigkeit.

Dafür werden die bisher nicht stimmberechtigten, an der Börse gehandelten Vorzugsaktien in stimmberechtigte Stammaktien umgewandelt. Die bisherigen Stammaktien gehörten zu 88 Prozent KKR und Permira, wurden aber nicht an der Börse gehandelt. Künftig gibt es nach Eintragung der Beschlüsse ins Handelsregister nur noch an der Börse gehandelte Stammaktien. Der Anteil von KKR und Permira sinkt damit von 88 auf 44 Prozent.

Ob und wie schnell sich die beiden Unternehmen von diesen Anteilen trennen wollen, ist offen. Über einen kompletten Ausstieg der beiden wird seit langem spekuliert. Dabei war auch ein kompletter Verkauf des Fernsehkonzerns Thema, doch fand sich kein Medienhaus, das angesichts der hohen Kosten eine Übernahme wagen wollte.

Aktionärsschützer lobten den Rückzug der beiden Investoren. Damit werde der langgehegte Wunsch nach Stimmrecht für die übrigen Aktionäre endlich erfüllt, sagte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Auch die stattliche Sonderdividende von 5,65 je Vorzugsaktie und 5,63 Euro je Stammaktie lobte Bergdolt - allerdings mit Einschränkungen.

Die hohe Ausschüttung sei ein großzügiges Abschiedsgeschenk für KKR und Permira. Bezahlt wird die Dividende auch aus dem Milliardenerlös des Verkaufs der skandinavischen Sender. Bergdolt sagte, statt das Geld aus dem Verkauf fast komplett in die Dividende zu stecken, hätte mehr davon im Unternehmen bleiben sollen. „Das ist eine Vergoldung der Zustimmung der jetzigen Stammaktionäre, dafür, dass sie uns jetzt Stimmrecht geben“, sagte Bergdolt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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