TV-Sender RTL
Konzernchef Zeiler beendet die Sparphase

Nach dem Ende der Werbekrise erhöht die RTL Group europaweit wieder ihre Ausgaben für das Programm. "Wir investieren 2011 wieder verstärkt ins Programm", sagte Vorstandschef Gerhard Zeiler dem Handelsblatt.
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DüsseldorfDie Investitionen seien keine zweistelligen Steigerungen der Programmkosten, aber doch eine Anhebung der Ausgaben, so Zeiler. "Wir schlachten nicht die Kuh, die uns Milch gibt." Beispielsweise in Deutschland, aber auch in den Niederlanden und in Frankreich gebe die Bertelsmann-Tochter wieder mehr Geld für Inhalte aus. Der Chef von Europas größtem Fernsehkonzern warnt allerdings vor einer Politik des allzu lockeren Geldes. "In einigen Ländern ist der Werbemarkt bereits wieder auf den Vorkrisen-Niveau. In Deutschland ist das aber noch nicht ganz der Fall. Deshalb müssen wir vorsichtig sein", sagte der langjährige CEO.

Der Verzicht auf einen eigenen Nachrichtenkanal und eine konzerninterne Nachrichtenproduktion wie beim Konkurrenten Pro Sieben Sat 1 kommt für den RTL-Chef nicht in Frage. "Wir stehen zu N-TV. Wir stehen auch zu unseren fünf Stunden Nachrichten, die wir täglich auf RTL senden", sagte Zeiler. Der Kölner Nachrichtenkanal N-TV schreibt seit vielen Jahren rote Zahlen.

Für den europäischen Werbemarkt ist Zeiler unterdessen zuversichtlich. "Im vergangenen Jahr haben sich die Werbemärkte in Westeuropa stark erholt, in Osteuropa hingegen gab es nur Stagnation mit der negativen Ausnahme Griechenland. In diesem Jahr ist die Entwicklung höchst unterschiedlich. Ich glaube daher, dass die Situation der TV-Werbemärkte in diesem Jahr weniger mit der makroökonomischen Situation zu tun hat, sondern eher mit der Konkurrenzsituation", sagte der 56-Jährige.

In den vergangenen beiden Jahren hat RTL europaweit massiv im Programm gespart. 2009 kämpfte die RTL Group in vielen europäischen Ländern mit Einnahmeverlusten zwischen 20 und 30 Prozent. Die Zuschauer blieben trotz niedriger Kosten für Serien, Filme und Shows aber den RTL-Sendern treu. "Wir haben aber in Europa gespart ohne Zuschauermarktanteile zu verlieren. Dieses Ziel haben wir mit der Ausnahme eines Landes, das um 0,2 Prozent drunter lag, überall geschafft", resümiert Zeiler.

Die RTL Group mit ihren 40 Fernsehkanälen und 34 Radiostationen in zehn Ländern erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 5,6 Milliarden Euro und einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) von 1,1 Milliarden Euro. Der 56-Jährige Zeiler leitet die RTL Group bereits seit acht Jahren. Sein Vertrag wurde im vergangenen Jahr bis 2015 verlängert.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

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