TV-Shopping
Kanal HSE 24 expandiert nach Italien

Der Einkaufssender HSE 24 greift auf dem italienischen Markt an. Die Tochter der Investmentgesellschaft Axa Private Equity wird Mitte nächsten Jahres einen Teleshoppingsender in Rom starten.
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DÜSSELDORF. Der Einkaufssender HSE 24 greift auf dem italienischen Markt an. Die Tochter der Investmentgesellschaft Axa Private Equity wird Mitte nächsten Jahres einen Teleshoppingsender in Rom starten. „Der italienische Markt hat ein großes Potenzial. Im Gegensatz zu Großbritannien oder Deutschland herrscht dort weniger Wettbewerb im Teleshoppingmarkt“, sagte HSE24-Chef Richard Reitzner dem Handelsblatt.

Bei der Expansion nach Italien soll es nicht bleiben. „Wir werden weiter in Europa investieren. Aus unserer Sicht sind Spanien, Frankreich und Polen besonders interessant", kündigt Reitzner an. HSE 24 hat sich in Italien ehrgeizige Ziele gesetzt. „Wir wollen innerhalb von zwei Jahren in Italien profitabel sein", sagte Reitzner.

Unnötige Risiken will der Manager vermeiden. „Wir werden in Italien acht Millionen Euro investieren, davon sind vier Millionen Anlaufkosten", sagte Reitzner am Wochenende. Um die Investitionskosten überschaubar zu halten, werden die Verkaufssendungen zunächst in der Firmenzentrale in Ismaning bei München produziert. Geschäftsführer der italienischen Tochter wird Nicola Gasperini. Er war beim italienischen HSE-Vorläufer, der 2004 in Folge der Kirch-Insolvenz aufgegeben werden musste, bereits Finanzvorstand.

Italien ist nach Großbritannien und Deutschland der drittgrößte Teleshoppingmarkt in Europa. Branchenexperten erwarten in Italien eine Umsatzverdoppelung zwischen 2007 und 2012. Nach einer Studie der Unternehmensberatung Goldmedia betrug das Marktvolumen vor drei Jahren bereits knapp eine halbe Milliarde Euro. Auch QVC hat den lukrativen Markt entdeckt. Die Tochter des Medienriesen Liberty Media startete bereits im Oktober einen eigenen Kanal in Mailand.

2010 wird für HSE 24 ein Rekordjahr. „Wir erzielen in unserer 15-jährigen Geschichte das beste Unternehmensergebnis, sagt HSE-Chef Reitzner. Die Erlöse sollen auf rund 440 Millionen Euro steigen. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) werde sogar um die Hälfte zulegen. Absolute Zahlen nannte die Geschäftsführung auf Nachfrage aber nicht. 2009 legten die Erlöse der Sendergruppe zwölf Prozent auf 394 Millionen Euro zu. Zum Vergleich: QVC steigerte seine Erlöse im vergangenen Jahr um drei Prozent auf 674 Millionen Euro. Das Ebitda legte neun Prozent auf 116 Millionen Euro zu. Ein QVC-Insider bestätigte ebenfalls die große Zuversicht des Düsseldorfer Kanals.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

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