TV-Unternehmen
RTL Group leitet Wende nach oben ein

Der harte Sparkurs hat sich für die Bertelsmann-Tochter RTL Group ausgezahlt: Trotz eines Umsatzrückgangs stieg der operative Gewinn um knapp ein Viertel. Langsam spürt die Firma wieder anziehende Werbebuchungen.
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DÜSSELDORF. Die Krise im Fernsehwerbemarkt in Europa neigt sich ihrem Ende zu. Der Marktführer RTL Group spürt insbesondere in Deutschland, Frankreich und Belgien einen Aufwärtstrend. „Seit September 2009 verzeichnen wir – im Vergleich zu den ersten acht Monaten des Jahres – bessere Werbebuchungen in fast all unseren Märkten“, sagte Vorstandschef Gerhard Zeiler gestern dem Handelsblatt. Auch Nicolas de Tavernost, CEO des französischen Fernsehkonzerns M 6, bilanzierte, dass zwar kein Grund für Euphorie bestehe, aber man auch nicht mehr in der „dunklen Zeit“ des ersten Halbjahres sei. Sogar im desaströsen britischen Fernsehmarkt wächst die Zuversicht. Der Fernsehkonzern ITV erwartet im Dezember zum ersten Mal seit knapp zwei Jahren wieder einen steigenden Werbeumsatz.

Trotz der positiven Zahlen will RTL nicht in Jubel verfallen

Bei unabhängigen Experten wächst ebenfalls der Optimismus. „Es mehren sich die Anzeichen, dass wir das Schlimmste hinter uns haben. Die kommenden Einbrüche werden weniger drastisch sein. Allerdings wird auch das kommende Jahr für die Sender kein Zuckerschlecken“, sagte Nicole Prüsse, Chairman der Mediaagentur Zenith Optimedia, die zum französischen Werbekonzern Publicis gehört. Bei den Werbekunden sei Fernsehen immer noch Leitmedium. Die Mediaagentur rechnet im deutschen Werbemarkt nur noch mit einem Minus von 8,7 Prozent.

Die RTL Group hatte gestern den Markt mit einer überraschend guten Quartalsbilanz überrascht. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebita) stieg in den letzten drei Monaten im Vergleich zum Vorjahresquartal um 7,4 Prozent auf 101 Mio. Euro. Traditionell weist die RTL Group im dritten Quartal keinen Nettogewinn aus. Doch nach Angaben eines Sprechers habe der Konzern im vergangenen Quartal schwarze Zahlen geschrieben.

Auch im laufenden Jahr werde die RTL Group einen Nettogewinn erzielen. Im ersten Halbjahr hatte der Konzern wegen hoher Abschreibungen auf seine britische Tochter Five und auf den griechischen Ableger Alpha noch einen Nettoverlust von 105 Mio. Euro verkraften müssen. Durch einen knallharten Sparkurs und den Abbau von Arbeitsplätzen soll Five von Senderchefin Dawn Airey, die seit einem Jahr an der Spitze des Privatsenders steht, in die Gewinnzone zurückgeführt werden. In der zweiten Jahreshälfte erwartet Five nun wieder einen deutlichen operativen Gewinn. Einen Wermutstropfen gibt es in der Quartalsbilanz aber doch. Der Umsatz sank im dritten Quartal um fünf Prozent auf 1,13 Mrd. Euro. Die RTL-Aktie stieg gestern an der Brüsseler Börse um 1,3 Prozent auf 44,80 Euro.

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