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Twitter-Kampagne überzeugt: Chiquita sitzt auf gepackten Kisten

Die Konzernzentrale von Chiquita zieht zum Jahresende von Ohio nach North Carolina. Der twitterende Konzernchef ließ sich von Tausenden Kurznachrichten von Bürgern aus Charlotte beeindrucken, die um die Firma warben.

Bev Perdue, Gouverneurin von North Carolina, freut sich, dass Chiquita-Chef Fernando Aguirre, Charlotte als neuen Standort gewählt hat. Quelle: dapd
Bev Perdue, Gouverneurin von North Carolina, freut sich, dass Chiquita-Chef Fernando Aguirre, Charlotte als neuen Standort gewählt hat. Quelle: dapd

DüsseldorfChiquita sitzt schon fast auf gepackten Kisten. Der für sein Bananen-Geschäft bekannte US-Lebensmittelkonzern zieht im Laufe des Jahres um. Etwa 400 Mitarbeiter zieht die Firma aus der bisherigen Zentrale in Cincinnati, Ohio, und mehreren anderen Standorten in Charlotte, North Carolina, zusammen.

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Schon im Jahr 2010 hatte Vorstandschef Fernando Aguirre die Entscheidung gefällt, sich mit Ende eines auslaufenden Mietvertrages auch einmal in anderen Städten umzuschauen oder zumindest in Cincinnati der Stadt Zugeständnisse in Form von Steuervergünstigungen oder Ähnlichem zu entlocken. In den gesamten USA ging Chiquita auf die Suche nach einem Standort, der billiger und näher an logistisch wichtigen Orten liegt und einen leistungskräftigen Flughafen hat.

Gefälschte Accounts Mario Draghi und andere Twitter-Doppelgänger

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Wie üblich bei solchen Standortwettbewerben, wie sie etwa Volkswagen vor wenigen Jahren für sein US-Werk absolviert hat, legten sich die ausgeguckten Kandidaten mächtig ins Zeug. Unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit führten die Wirtschaftsförderer von Charlotte, einer Stadt 600 Kilometer südwestlich von Washington, Chquita-Vertretern die Vorzüge des Ortes vor.

Sie organisierten Treffen mit Politikern der Region, arrangierten Treffen mit anderen Firmenlenkern und stellten die Universitäten und Forschungseinrichtungen der Region vor. Außerdem überzeugten der Staat North Carolina und die Kommune mit insgesamt 22 Millionen Dollar an Vergünstigungen. Doch Chiquita-Chef Aguirre ließ sich auch von etwas Anderem beeindrucken.

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Denn nachdem durchgesickert war, dass Chiquita sich für Charlotte interessieren könnte, startete über den Kurznachrichtendienst Twitter eine von Bürgern getragene, sogenannte Graswurzel-Kampagne.

Unter dem Schlagwort (Hashtag) #bananas4CLT wandten sich Privatleute unter anderem an Aguirre direkt, der selbst Twitter gerne nutzt (@FdoAguirreCEO), und priesen die Vorzüge der Stadt. „Offen gesagt hat das dazu beigetragen, dass wir uns willkommen fühlen“, sagte Aguirre nach der offiziellen Verkündung der Entscheidung für Charlotte.

Soziale Netzwerke

Als Verlierer zurück blieb Cincinnati. Dabei hatte sich die Stadt nicht so einfach geschlagen gegeben. Auch dort nutzten netzaktive Bürger Twitter und andere Dienste, um Chiquita zu halten – unter dem Schlagwort #NoCincyBananaSplit.

  • 06.02.2012, 09:33 UhrAnonymer Benutzer: Pro-D

    Die Amis sind offensichtlich doch lernfähiger, als unsere saurischen Politiker. Man kann das Internet eben nutzen, oder es in der typischen Art der Dinos (CSU) verdammen.

    Was die Dinos als Krise sehen
    Sehen die anderen als Chance

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